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Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Sonntag 29. Juli 2018, 21:09
von Magman
Vielen von uns geht das Herz auf, wenn sie das Wort GAIN hören und lesen. Es ist wichtig, denn mit Gain kommt auch Sustain und jede Menge Spaß am Gitarrenspiel. Doch zu viel Gain ist auch nicht gut, zumindest nicht im Bandsound. Viele Gitarristen verzweifeln, kaufen und verkaufen Gear, weil es einfach nicht so klingen mag, wie es gewünscht ist.

Hier ist ein guter Beitrag dazu.

Gain runter am Amp, oder Pedal, Bässe raus und dafür Mitten rein, denn genau davon lebt die Gitarre. Ein Amp, der gute Mitten parat hat und ein Speaker, der diese ebenso unterstützt hilft dabei schon enorm. Weniger Effekte einsetzen sowieso. Gainreiche Sounds zusätzlich mit reichlich Hall verstecken die Gitarre regelrecht im Bandsound. Da kannst du noch so laut machen, es hilft nicht. Ich hab genau das gestern wieder bei einem Livegig erlebt. Wir spielten dort selbst und ich hatte die Vorband über unsere PA abgemischt. Ab und an hatte der Gitarrist zwei, oder gar drei Zerrer gleichzeitig an, spielte also mit extrem viel Gain. Aber immer mit dabei war ne gute Portion an Hall. Er hat sich dann sozusagen selbst ausgelöscht. Ich hab ihm das in der Pause vermittelt, aber er wollte rein gar nichts ändern an seinem Setup. Schade, denn er spielte gar nicht mal schlecht.

Wie denkt ihr darüber, bzw wie geht ihr dieses Problem selbst an?

Re: Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Sonntag 29. Juli 2018, 21:49
von Diet
Magman hat geschrieben:
Wie denkt ihr darüber, bzw wie geht ihr dieses Problem selbst an?



Moin,

trotz der ganzen Zerrpedaltesterei hab ich nie mit viel Zerrgrad gespielt.
Hab auch nie Musik gemacht, die das wirklich erfordert hätte.
Richtig viel Zerrgrad bzw. high gain hab ich eigentlich auch nie wirklich gemocht, keine Ahnung, warum eigentlich.
Außer bei eher kaputten Sounds, also viel Fuzz z.B. oder den typischen Neil Young Sound, da mag ich es dann.
Es muss noch rumpeln. So ein sauberer high gain metal sound war nie was für mich.
Momentan spiele ich in der Band zu ca. 80 Prozent total clean, also wirklich zerrfrei.
Insofern hatte ich da eigentlich nie ein Problem.

Gruß Diet

Re: Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Sonntag 29. Juli 2018, 22:04
von uwich
Richtig hart spielt man mit relativ wenig Gain (damit der Attack/Anschlag noch sauber durch kommt) und gescooped, also eher weniger Mitten und mehr Höhen und Bässe. Zumindest seit Anfang der 90er. Und wenn es matschig klingt, muss der Bassist seine Höhen komplett rausdrehen und der Keyboarder kriegt die linke Hand auf den Rücken geschnallt.....

Nein, im Ernst: kann dem Artikel und Deinen Ausführungen zustimmen bis auf die Mitten. Wobei die ja auch nicht richtig definiert sind. Und die Musikrichtung, für die dies zustimmt, auch nicht. Grundsätzlich ist es schon sehr wichtig, bei der Band darauf zu achten, wer wann in welchem Frequenzspektrum unterwegs ist.

Re: Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Sonntag 29. Juli 2018, 23:11
von THB
Bei Gain denke ich immer an den Sound von Walter Trout... der hat das gut im Griff am Mark V....

Re: Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Montag 30. Juli 2018, 06:36
von Butterkräm
Der Artikel ist gerade nicht lesbar.
Ich habe schon viel Gain drinn, auch mit zwei Tretern gleichzeitig für Solosound. Ich brauche das so, ich kann nicht besser spielen! ;-)
Ich denke da auch viel drüber nach, probiere herum und lande dann doch meist wieder bei meinen Gaineinstellungen. Ich sage immer: wenn ich clean spielen möchte, nehme ich die Westerngitarrre...! ;-)

Re: Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Montag 30. Juli 2018, 06:58
von Pfaelzers KSM
Das ist ein extrem komplexes Thema, bei dem es imho keine einfachen Antworten und schon gar keine allgemein gültigen Regeln gibt....zunächst mal ist da die Frage, ob wir über Begleitung oder Solieren reden, von was für einer musikalischen Umgebung (d.h. Musikstil und Besetzung), dann natürlich über Spieltechnik und Equipment, namentlich Implustreue des Lautsprechers und dynamische Qualität der Gitarre...

Außerdem wäre interessant, erst mal zu klären, was es bedeutet, sich in einer Band „durchzusetzen“...alleine den Terminus finde ich recht aggressiv, denn es sollte imho nicht darum gehen, sich durchzusetzen (d.h. in einer Konkurrenzsituation andere hinter sich zu lassen), sondern gemeinsam einen guten Bandsound zu kreieren, High-Gain kann durchaus im Bandsound funktionieren, wenn man entsprechend arrangiert und orchestriert.

Die „Durchsetzung“ einer Gitarre, ja sogar allgemein der Gitarrensound hängt nämlich in erster Linie vom Bandsound ab. Und es ist meiner Erfahrung nach nicht eine Frage des Gains, sondern eine des Arrangemnets und der inneren Bereitschaft aller Bandmitglieder, zusammen einen Sound zu kreieren.

High-Gain-Spieler wie Steve Morse, Larry Carlton, Steve Lukather, Joe Satriani, Andy Timmons usw. befinden sich zumeist in einem perfekt zugeschnittenen Arrangement, in dem die Gitarre auch mit hohen Gainstufen extrem trägt. Es ist imho auch eine Qualität solcher Gitarristen, die Lücken zu erkennen und zu nutzen bzw. sie durch entsprechende musikalische Arbeit zu schaffen....
Und auch das hilft nicht, wenn der Gitarrist kein dynamisches Spiel hat, d.h. neben dem tonalen auch ebenso starkes ryhtmisches und dynamisches Vokabular gezielt einsetzt....und auch das ist (siehe die oben genannten Gitarristen) keine Frage des Gains....

Vielleicht kann man es so griffig formulieren:
Mehr Gain erfordert mehr musikalische und geghörtechnische Kompetenz, sowohl des Gitarristen als auch der Mitmusikanten.
Viellicht spiele ich deshalb so oft clean... ;) 8-)

Re: Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Montag 30. Juli 2018, 08:11
von Magman
Diet hat geschrieben:Momentan spiele ich in der Band zu ca. 80 Prozent total clean, also wirklich zerrfrei.
Insofern hatte ich da eigentlich nie ein Problem.
Gruß Diet


Du glücklicher Mensch :P Ich hab in den Bands wo's gepasst hat auch immer sehr gerne (angekratzt)clean gespielt, die Gitarre schafft sich dann sehr viel Platz, vor allem wenn noch Bläser und Keys mit dabei sind. Dann noch ein V30, oder das leichte Gegenstück dazu, der Century Vintage und du hast entsprechend Luft nach oben :P

uwich hat geschrieben:
Nein, im Ernst: kann dem Artikel und Deinen Ausführungen zustimmen bis auf die Mitten. Wobei die ja auch nicht richtig definiert sind. Und die Musikrichtung, für die dies zustimmt, auch nicht. Grundsätzlich ist es schon sehr wichtig, bei der Band darauf zu achten, wer wann in welchem Frequenzspektrum unterwegs ist.


Uwe, das ist klar, je nach Genre - vor allem bei den Metallern - gibts schon krasse Ausnahmen. Aber für den Großteil aller Stilistiken sind die Mitten für die Gitarre schon sehr wichtig.

Man muss auch klar unterscheiden unter den Gitarristen, die zuhause in ihrem Sound baden und den Livemusikern. Letztere sind natürlich auch relativ abhängig von den Leuten am Pult. Und genau dort wird ja eigentlich der Sound fürs werte Publikum gemacht. Nur wenn "Brei" ankommt, dann bringt es nix diesen auch noch lauter zu machen.

THB hat geschrieben:Bei Gain denke ich immer an den Sound von Walter Trout... der hat das gut im Griff am Mark V....


Von der Bühne runter auf jeden Fall :thumbsup03:

Butterkräm hat geschrieben:Ich sage immer: wenn ich clean spielen möchte, nehme ich die Westerngitarrre...! ;-)


:muahaha: :thumbsup03:

Re: Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Montag 30. Juli 2018, 09:03
von kiroy
Magman hat geschrieben:..und den Livemusikern. Letztere sind natürlich auch relativ abhängig von den Leuten am Pult. Und genau dort wird ja eigentlich der Sound fürs werte Publikum gemacht. Nur wenn "Brei" ankommt, dann bringt es nix diesen auch noch lauter zu machen....
Das stimmt so nicht ganz. Das sind zwei paar Stiefel, der Bühnensound (Musiker) und der PA-Sound (Mensch am Pult).

Zuerst einmal muss der Bühnensound, also die Abstimmung untereinander, stimmen. Als Musiker hört man ja nur das, was auf der Bühne ist und nicht den PA-Sound. Wenn hier schon zu viel Gain und Matsch (unaufgeräumte Frequenzbereiche, aber auch entsprechende Spielweise) im Spiel sind, kann der Tonmensch unten so gut wie gar nichts machen (hast Du ja oben auch bemerkt). Ein Mischpult ist keine Kläranlage (Shit in - shit out). ;) Als Livemusiker muss man sehr darauf achten, dass jedes Instrument seinen Platz im Gesamtsound hat. Erst wenn der Gesamtsound auf der Bühne stimmt, fühlen sich die Musiker wohl und machen einen guten Job. Der Mensch am Pult muss das dann nur noch gut zum Publikum transportieren (und ggf. an die Location anpassen).

Ich habe auch immer gerne mit möglichst wenig Gain gespielt. Was meine Mitmusiker ab und zu dazu veranlasste, nach mehr Zerre zu rufen! ;) Denen war ich oft zu brav. :oops:
ich konnte damit aber meine Gitarre entsprechend einfach nach vorne holen, wenn's notwendig war. Wir waren schließlich (neben Bass und Drums) zwei Gitarren plus Keyboarder, da muss man schon schauen, wo jeder reinpasst.

Jeder Gitarrist hat ja auch seine eigenen Maßstab, was er unter Gain versteht. Das habe ich hier schon oft erlebt/gehört: Wenn z. B. Martin noch von "clean" spricht, ist das für mich schon richtig stark verzerrt. :)

Re: Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Montag 30. Juli 2018, 09:05
von Gutmann
Da möchte ich doch einfach mal auf meine Signatur hinweisen....

:mrgreen:

Re: Gaiiiiiiiiiiin!

BeitragVerfasst: Montag 30. Juli 2018, 09:14
von tommy
Moin,

ich bin da mehr bei Jörg.
Viel bzw. weniger Gain ist für mich kein reines Werkzeug, um die Durchsetzungsfähigkeit zu steuern, sondern ein Instrumentensound, den ich im Arrangement benutzen möchte. Analog vielleicht zu einem Dudelsack, der gerade nicht zur Verfügung steht, um es mal etwas plakativ auszudrücken ;) .
Setzt sich der Sound nicht durch, muss irgendwie anders reagiert werden. Die Band sollte mir da entsprechend den Freiraum schaffen oder ich drehe mich lauter. (Ja! Lauter! Jehova! :o )

Beispiel:
Wenn ich das Verlangen habe, einem Song mittels viel Gain einen soundlichen Haare weh im Wind Charakter mit viel Sustain zu geben, ist weniger Gain zur besseren Durchsetzung im Bandgefüge nicht zielführend. Da müssen dann andere Mittel her. Weniger Gain ist dann wirklich nur im Notfall das letzte Mittel, macht mir aber ein Stück weit auch mein Songarrangement kaputt.