Was ist eigentlich mit "Boss"?

Zisch, Zerr, Blubber, Halllllllllllll, Echo... cho... ho... o

Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon tommy » Sonntag 15. Oktober 2017, 17:07

Moin,

meine Frau und ich hatten heute vormittag eine Diskussion über Effektpedale.
Da dieser Satz so befremdlich klingt und mich fast fassungslos macht, wiederhole ich ihn nochmal!
Meine Frau :shock: und ich hatten heute vormittag eine Diskussion über Effektpedale!

Vor dem Hintergrund, dass es unfassbar viele "Boutique" Pedale und noch unfassbarer viele neue China Pedale (Mooer, Jojo, Kong etc.) auf dem Markt gibt......kauft eigentlich noch irgend jemand Boss?
Weder in meinem Umfeld noch in Foren noch sonstwie habe ich in letzter Zeit etwas über den Kauf eines Boss Pedals gehört.
Ist da meine Wahrnehmung getrübt oder ist es irgendwie uncool geworden das grundsolide Pedal Pendant zu "Fleisch mit Kartoffeln" anzuschaffen?
Wie empfindet Ihr das?
LG Tommy


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Re: Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon Batz Benzer » Sonntag 15. Oktober 2017, 17:23

Moin Tommy,

ich freue mich über die Frage und entsinne, mich, dass ich mich mal mit Diet im Rahmen eines solchen Threads darüber unterhalten hatte.

Also: Für mich persönlich hat Boss die letzten Trends zielsicher verschlafen, und wenn, dann doch zu spät und "dinosaurig" reagiert. Ich bin eigentlich ein Fanboy, aber der einstige Trendsetter setzt leider keine Duftmarken mehr; die eigene Historie maximal leicht überarbeitet, in jedem Falle aber überteuert anzubieten, halte ich in diesem Falle für keinen smarten Zug.

Auf der anderen Seite sind die meisten Pedale, die ich immer noch besitze, von Boss. Es ist nur gut sechs Jahre her, dass ich das letzte Boss-Pedal gekauft habe, und das war dann ein gemoddeter Klassiker, kein neues Pedal...

Beim letzten Mal fragte Diet - wenn ich mich recht entsinne, sonst immer druff, Dieter! :banana02: -, was ich mir denn so für Innovationen zusammen erwarte. Aus heutiger Sicht würde ich antworten, dass Boss vor EHX den (einfacheren) Sitar-Simulator hätten heraus bringen sollen. Sie können es auch immer noch, denn auch der Ravish Sitar ist m.E. noch nicht die Speerspitze. Den Vocoder hätten sie viel früher bringen sollen; ich habe jetzt einen von Digitech, weshalb ich mir das Ding nicht gekauft habe.

Das Tera-Echo hätte ich gerne gekauft, aber nicht für diesen Preis! - Ein neues Delay, welches u.a. diesen Effekt neben anderen an Bord hätte, wäre für mich interessant.

Boss-Pedale schaffen diesen Spagat, grundsolide zu sein und dennoch meist ein Gimmick zu haben; diese Tugend mag ich aufgegriffen sehen! Boss-Pedale hatten nicht nur von der Mechanik, sondern auch von der Idee immer eine extrem hohes Mindesthaltbarkeits-Datum; die neuen Produkte sind zu zeitgeistig, anbiedernd, verschwinden zu schnell (zurecht).

Die Kombination von innovativem Mut und sinnvoller Verspieltheit fehlt mir bei Boss; wäre schön, wenn die bunten Kisten wieder neue Farben in den Musiker-Alltag zaubern würden!

Lieben Gruß,

Batz. :smoke01:
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Re: Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon Wizard » Sonntag 15. Oktober 2017, 17:50

Guter Fred, Tommy :thumbsup03:

Ich kann nur sagen, dass für mich inzwischen TC Electronic der/das neue Boss ist. Gute bis sehr gute Sounds, zuverlässig, PLV ok, Aussehen und Größe auch.

So ist es zwar auch bei Boss, aber wirklich neue Wege oder gar Spektakuläres bringen die m.E. nicht mehr.

Früher landete man auf der Suche nach einem mittpreisigen Pedal automatisch bei Boss (gedanklich, also ohne Netzrecherche) und die haben ja auch geile
Teile rausgebracht.

Während ich hier schreibe lese ich grad des Batzens neuen Beitrag hierzu und er erwähnt das Tera Echo. Auch ich finde es geil aber zu überteuert.

Und auch ich habe noch ne Menge (relativ) an Boss Pedalen, die auch bleiben sollen.

Und so wünsche ich Boss trotzdem eine rosige Zukunft, an der ich allerdings meine Zweifel habe ob der immensen Konkurrenz :popcorn:
Gruß Peter

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Re: Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon Mintage » Sonntag 15. Oktober 2017, 18:20

Moin,

meine verbliebenen Boss-Pedale passen klanglich zu meinen alten Amps:
der Super60 und der 93er SuperAmp harmonieren gut damit, wohingegen der
Dualdrive u. der Diablo einfach nicht dazu passen...irgendwas in der Vorstufe
der Amps sorgt dafür, das es mit den beiden highend-Geräten davor meinen
Ohren graust !

Aber ich nutze auch Klassiker wie den OD-2r sowie den OD-3, d.h. nix Neues
von Boss. Ein Powerstack ST- 2 den ich mal ausgiebig mit meinen Amps
testete, war das klanglich lebloseste, was ich bis dato seitens Boss in den
Händen hielt... - sie haben den Ampsimulations-Trend falsch interpretiert.

Was ich niemals ändern werde, ist das TU-2 Stimmgerät als erstes Teil der
Effektkette: mit seiner tollen Buffer-Eigenschaft feiert das Teil nächstes
Jahr sein 20-jähriges Jubiläum auf meinem Board - und dürfte somit
das mit Abstand meistgetrene Teil von mir sein ;-)
Das war definitiv ein visionärer Meilenstein der damaligen Bosse !

Sie haben es auch schwer gegen die Vielzahl der deutlich günstigeren
Mitbewerber. Auch wenn man CS3, CH1, DD3, DD6, RV5 regelmäßig
auf den Boards der Profis sieht - nur sind das eben Effektklassiker aus
der Vergangenheit !

Grüße
Rainer
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Re: Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon tommy » Sonntag 15. Oktober 2017, 18:33

Mein Erkenntnisstand beschränkt sich bei Boss überwiegend auf Overdrive/Distortion/Metal Pedale. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich eigentlich ausser Delay und Tremolo noch nie andere Effekte genutzt habe.
Bei den Boss Zerrpedalen hatte ich bislang immer ein wenig das Gefühl, dass sie stur geradlinig den "alten" krachigen Sound präferieren, der großenteils in den 70ern praktiziert wurde (m.E. ein Stück weit der Ermangelung damaliger ausgefeilter Technik geschuldet). Höre ich mir gegenwärtig alte Rock Aufnahmen an, klingen sie für mich immer etwas archaisch, häufig weniger elegant oder ausgefeilt, als es heute in der modernen Musik eher üblich ist. So ein wohliges Soundbadeerlebnis kommt bei mir da selten auf. So auch mein Empfinden bei Boss Pedalen, auch neuerer Art.
Was ich sagen will...Boss scheint etwas in der Entwicklung stehen geblieben zu sein. Zweckdienliche Zerre, nicht mehr und nicht weniger. Eleganz, Modernität...Fehlanzeige, Fleisch und Kartoffeln eben! Arbeitsgeräte ohne Esprit.
In der heutigen verspielten Genusswelt leicht fehl am Platz.
So zumindest meine 5 Ct.

Den TU 2 habe ich übrigens auch seit ewigen Zeiten auf meinem Board. Da ist reine Zweckdienlichkeit auch von Vorteil.
LG Tommy


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Re: Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon Magman » Sonntag 15. Oktober 2017, 19:23

Wizard hat geschrieben:Guter Fred, Tommy :thumbsup03:

Ich kann nur sagen, dass für mich inzwischen TC Electronic der/das neue Boss ist. Gute bis sehr gute Sounds, zuverlässig, PLV ok, Aussehen und Größe auch.


Damit hast du wohl den Nagel auf den Kopf getroffen Peter! Boss ist der Pedalsportgruppe, sowie den Zahnwälten nicht sexy genug, kaum einer hat sie mehr auf dem Board. Bei Profis ist das anders, hier sieht man immer mal einen Boss-Oldie, meist aber Tuner, eben weil stabil und verlässlich.

Hatten die nicht gerade ein teures Veteranen-Trio im Paket angeboten?
Bild

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Re: Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon SilviaGold » Sonntag 15. Oktober 2017, 19:36

Den neuen: JB-2 ANGRY DRIVER kennt ihr bereits?

Dieses neue Pedal finde ich jedanfalls mal interessant.
In Zusammenarbeit mit JHS ist das JB-2: ein Doppelpedalund zwar: BDriver und Angry Charly!
Von Boss besitze ich noch/schon den Bluesdriver, ....habe reichlich Zerrer und den Angry auch schon nachgebaut.

Ich mag beide Pedale..wenn ich sie nicht schon hätte würde ich mir das neue Boss zumindest mal zum Test bestellen ;)

Boss hat mit seinem vorletzten Loopingpedal oder dem letzten großen DigitalDelay leider auch nicht den Vogel abgeschossen.
Heutzutage gibt es halt auch nicht mehr di, eine mehr oder weniger Alleinstellung, von Boss und Ibanez.
So kann man ja zu neuen Entwicklungen der Konkurenz überhaupt erst greifen. SO hat man halt auch andere Treter.

Gängige Pedale kosten heute locker 200€ und werden doch nicht in Boutiquen handgeschmiedet. WO fängt Boutique und B-Preis überhaupt an?
Langes Thema. Ich denke es ist ähnlich wie beim Wort Vintage.... Naja viele Boss Pedale sind ja bereits Vintage und da schliesst sich der Kreis.
Eine Wertsteigerung kann beginnen. Was immer den Wert nun ausmacht... es ist meistens nicht nur die Summe der Einzelteile ;)

Allerdings bei den Niedrigpreisen der Pedale aus Fernost, kann ich mir kaum vorstellen, dass für einen Produktionsarbeiter am Ende der Kette noch ein guter Lohn überbleiben kann. Da müssen wir Konsumenten eben auch weiterhin selbst entscheiden... wür welche Werte wir stehen.

SO nur ein paar Gedanken... nix wildes :)
Schön Abend Andrea

PS: TC Electronic ... bin ja mal gespannt wann deren Fussssschalter alle plattgehn. Aber sie haben ja glücklicherweise angefangen da was zu ändern
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Re: Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon Wizard » Sonntag 15. Oktober 2017, 19:39

Hab mal nachgeschaut was ich von Boss noch so habe (verteilt auf zwei Stressbrettern und im Schrank)

TU-2 Tuner
DS-1 Distortion
FBM-1 Bassman Pedal
DD-7 Delay
BF-2 Flanger
PH-2 Phaser
OC-2 Octaver

Doch mehr als ich dachte - den Phaser werde ich allerdings verkaufen oder tauschen ;) , alles andere bleibt :smoke01:
Gruß Peter

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Re: Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon tommy » Sonntag 15. Oktober 2017, 19:56

SilviaGold hat geschrieben:
Allerdings bei den Niedrigpreisen der Pedale aus Fernost, kann ich mir kaum vorstellen, dass für einen Produktionsarbeiter am Ende der Kette noch ein guter Lohn überbleiben kann. Da müssen wir Konsumenten eben auch weiterhin selbst entscheiden... wür welche Werte wir stehen.



Werden Boss Pedale nicht auch in Fernost unter Niedriglohn Bedingungen gefertigt? Nur vielleicht mit dem Unterschied, dass hier die Gewinnmargen innerhalb der Handelskette vermutlich üppiger ausfallen?
LG Tommy


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Re: Was ist eigentlich mit "Boss"?

Beitragvon SilviaGold » Sonntag 15. Oktober 2017, 20:17

Ja klar Tommy... jeder BOSS kann nur die Kohle verteilen die reinkommt.

Achja ich habe auch noch einen BOSS DS-1 :thumbsup03:
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