Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Vorangekündigte und noch unbekannte Objekte der Begierde, Vorsicht: Kann Spuren von G.A.S. enthalten!

Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon Herr Gesangsverein » Dienstag 12. Januar 2016, 13:20

bluesation hat geschrieben:Die Socken-Barfuß-Fraktion: Haben wir alle schon gesehen, weiß jeder was gemeint ist.

Also ich finde, hier muss man wirklich mal differenzieren: Barfuß oder Socken? Und dann (ganz wichtig): Badeschlappen oder nicht? Falls ja: mit Streifen? Im Jugendzimmer oder im Hobbyraum? Man kann das nicht einfach in einen Pott werfen, es handelt sich doch um ganz unterschiedliche stilistische Ansätze.

Aber mal ernsthaft: Dass Selbstdarstellung hier die treibende Kraft ist, würde ich auch so sehen. Andererseits würde ich das Bestreben, den präsentierten Kram im besten Licht dastehen zu lassen, nicht nur denen unterstellen, die Verkaufsabsichten damit verbinden (Hersteller, Händler), sondern im gleichen Maße auch den Anwendern/Endkunden. Man kennt es doch von privaten Rezensionen aller Art: Das eigene Zeug ist immer gut, sonst hätte man ja Mist gekauft, und Mist kaufen nur Leute, die keine Ahnung haben. Und wenn Selbstdarstellung die treibende Kraft ist, muss man diesen Eindruck nun mal vermeiden. Ich meine also, dass die Motivation bei allen Fraktionen im Grunde ähnlich ist, es aber einfach gravierende Unterschiede darin gibt, wie gut es gelingt, den Kram im besten Licht dastehen zu lassen.

Jedenfalls muss man schon gründlich suchen, um Videos zu finden, in denen ausdrücklich herausgestellt wird, wie mies der präsentierte Kram ist (obwohl das, wenn man mal sowas findet, oft unterhaltsamer ist). Viel leichter findet man welche, bei denen die beabsichtigte Botschaft (X klingt toll) in deutlichem Widerspruch zum präsentierten Tonmaterial steht (Botschaft: X klingt sch...).

bluesation hat geschrieben:Grundsätzliches Problem: Watt iss e ne Fake? Wo hört Marketing auf und fängt Fake an.

Das sehe ich auch so: Die Grenzen zwischen Fake, Marketing und der "Beschränkung auf die Schokoladenseite" sind kaum eindeutig zu ziehen.

Weiter oben wurden auch Stereoeffekte angesprochen. Es kommt natürlich drauf an, welche eingesetzt werden und in welchem Ausmaß dies geschieht. Nur: Wenn man z.B. einen Gitarrenamp präsentiert und dabei unterstellt, dass die Zielgruppe den Klang von Gitarrenamps nur mit gebührendem Hörabstand im Raum kennt (oder aber von kommerziellen Aufnahmen), dann ist es vielleicht auch nicht ideal, den staubtrockenen Sound eines Mikros in 1 cm Abstand zu präsentieren. Denn wer nicht weiß, wie sich das normalerweise anhört (nämlich staubtrocken...), könnte die falschen Schlüsse daraus ziehen. Insofern also eine Frage des richtigen Maßes. Aus diesem Grund würde ich vielleicht hier...

Diet hat geschrieben:dass jegliche gezielte Klangnachbearbeitung im Grunde Fake ist

... ein paar klitzkleine Abstriche machen, sofern es bei der Nachbearbeitung nur darum geht, die Gerätschaften so darzustellen, wie sie sich darstellen würden, wenn der Zuschauer/-hörer sie in einer ähnlichen Umgebung einsetzen würde. Dann halte ich das für einen "legitimen Fake". Aber auch hier sind die Grenzen zur irreführenden Beschönigung natürlich fließend...
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Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon bluesation » Dienstag 12. Januar 2016, 17:22

Herr Gesangsverein hat geschrieben:
bluesation hat geschrieben:Die Socken-Barfuß-Fraktion: Haben wir alle schon gesehen, weiß jeder was gemeint ist.

Also ich finde, hier muss man wirklich mal differenzieren: Barfuß oder Socken? Und dann (ganz wichtig): Badeschlappen oder nicht? Falls ja: mit Streifen? Im Jugendzimmer oder im Hobbyraum? Man kann das nicht einfach in einen Pott werfen, es handelt sich doch um ganz unterschiedliche stilistische Ansätze.


Ja, so betrachtet hast Du natürlich recht. Da hätte ich sauberer unterscheiden müssen. :tuete01:
:rofl:
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Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon M. L. Schwan » Dienstag 12. Januar 2016, 18:18

Hi,

ich finde wenn ich als Verbraucher meine Kaufentscheidung nach dem Klang von Videos treffe, dann ist mir nicht zu helfen.
Viele Grüße
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Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon Herr Gesangsverein » Dienstag 12. Januar 2016, 20:05

bluesation hat geschrieben:Ja, so betrachtet hast Du natürlich recht. Da hätte ich sauberer unterscheiden müssen.

Ja, das muss man unbedingt! Zumal sich da weitreichende Fragen auftun, die noch nie gestellt wurden, obwohl die Tatsachen doch so offensichtlich sind:

Wie kann es z.B. sein, dass in so vielen YT-Videos von ganz unterschiedlichen Gitarristen aus ganz verschiedenen Ecken der Welt regelmäßig weiße Socken und/oder Badeschlappen so prominent im Bild sind? Zufall? Das ist wenig wahrscheinlich: Hätten die Gitarristen alle Pelzmützen auf, würde doch keiner mehr an Zufall glauben. Haben die sich also abgesprochen (die Gitarristen, nicht die Socken)? Virales Marketing? Eine Sekte? Welche Botschaft soll uns da untergeschoben werden, während wir noch ganz naiv glauben, es gehe um Gitarrensounds, und ihnen so ganz allmählich auf den Leim gehen?

Oder ist es ganz anders, und es handelt sich in Wirklichkeit gar nicht um viele unterschiedliche Gitarristen, sondern um eine einzige Person, die - ausgestattet mit einen größeren Fundus unterschiedlicher Socken und Badeschlappen - in irgendeiner Ecke der Welt sitzt und am Fließband Gitarrenvideos herstellt? Dafür würde ja schon mal sprechen, dass man in den Videos oft das Gesicht nicht sieht. Schon mal über den Grund nachgedacht? Na also.

Wie auch immer: Neben dieser großen, weltweiten Verschwörung (die Macht von Google/YouTube spielt hierbei nochmal eine ganz eigene Rolle) wirkt doch die Frage nach ein paar künstlich aufgehübschten Gitarrensounds wie eine ganz harmlose Nummer. Ehrlich.
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Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon BB Kassel » Donnerstag 14. Januar 2016, 14:38

Hi Gemeinde,

nachdem die Werbewirtschaft die Funktionen von Photoshop entdeckte, ist eure Frage doch nur noch rein akademischer Natur.

Die Verunreinigung des WWW durch sockentragende Gitarristen, dazu meist nur halb behost, ist dagegen unerträglich geworden. Meine Meinung.

Und jetzt ein Video:

http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... JXDx_S-4LI

Gruß

W.
.....
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Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon partscaster » Donnerstag 14. Januar 2016, 18:44

BB Kassel hat geschrieben:
Und jetzt ein Video:

http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... JXDx_S-4LI

Gruß

W.


Wer kann der kann! :smoke01:
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Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon SilviaGold » Donnerstag 14. Januar 2016, 19:09

Beim 2. Hören hab ich's begriffen :lol:

...dachte erst: "Der hört sich aber komisch an" :kopf_kratz01:
Die Erde ist relativ flach. Der Ton ist relativ rund. Die Liebe ist relativ gesund.
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Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon Diet » Freitag 15. Januar 2016, 12:54

partscaster hat geschrieben:
BB Kassel hat geschrieben:
Und jetzt ein Video:

http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... JXDx_S-4LI

Gruß

W.


Wer kann der kann! :smoke01:


Moin,

die Frage ist, womit? :shock:
Ich kanns nicht erkennen in den Bildern vom Effektboard :?
Von Euch jemand?
Das war 2013, die EHX Orgel Pedale gab es da noch nicht.

Gruß Diet
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Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon partscaster » Freitag 15. Januar 2016, 15:16

Diet hat geschrieben:
Moin,

die Frage ist, womit? :shock:
Ich kanns nicht erkennen in den Bildern vom Effektboard :?
Von Euch jemand?
Das war 2013, die EHX Orgel Pedale gab es da noch nicht.

Gruß Diet


In einem Kommentar hat er geschrieben, dass er drei Effekte an hatte. Auf jeden Fall sind das Strymon Lex und das Morpheus Drop Tune an. Das letzte ist entweder der Compressor ider eines der Delays... da ist doch ne Menge Raum, der beim Solo weg ist oder... also wohl eher eines der Delays!?

Bild
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Re: Sind Produktinformationen wie YT-Videos gefaked...?

Beitragvon Herr Gesangsverein » Freitag 15. Januar 2016, 18:09

Weil ich die Ausgangsfrage eigentlich interessant finde, will ich hier doch noch mal was anderes als Socken-Blödsinn nachschicken.

Da ich kürzlich selbst ein "Gear-Video" erstellt habe, musste ich mich mit der Frage "Wie unverfälscht sollte der Sound sein, wie viel Bearbeitung ist erlaubt?" ganz praktisch befassen. Man muss dazu sagen, dass es sich um einen virtuellen Gitarrenamp, also ein VST-Plugin handelte, das vorgeführt werden sollte. Ich habe mich schließlich daran orientiert, wie so etwas in der Praxis typischerweise eingesetzt wird und welche Hilfsmittel jeder, der damit arbeitet, so gut wie immer zur Verfügung hat und auch nutzt - also keine "Spezialausrüstung". So würde ich das auch bei analogen Geräten sehen.

Typischer Einsatzzweck eines solchen VST-Plugins ist das Erzeugen von Amp-Sounds innerhalb eines Heim- oder sonstigen Studios mit einer handelsüblichen DAW. Dort sind so gut wie ausnahmslos Equalizer, Hall und Delay ohne Aufpreis vorhanden, und wenn man ein Musikstück mischt, benutzt man diese Dinge in aller Regel auch, zumindest in Maßen. Bei einer Aufnahme eines Musikstücks mit einer Menge Gitarrenspuren (und darum ging es hier) wäre es eher untypisch, dass bei allen Spuren der völlig trockene, komplett unbearbeitete Sound zu hören ist. Zumal das unter Umständen den Nachteil hätte, dass es kaum Trennschärfe zwischen den einzelnen Spuren gäbe - und dann müsste man sich fragen, ob man nicht durch die unterlassene Nachbearbeitung den "eigentlichen" Sound eher verschleiert als offenbart hätte (weil alles nur ein Matsch ist).

Aus diesem Grund habe ich mich guten Gewissens dafür entschieden, die genannten Effekte nachträglich auf den Sound des virtuellen Amps anzuwenden (und dies allerdings auch zu erwähnen). Dass die Effekte dabei nur mit recht moderaten Einstellungen zum Einsatz kommen, war aber ebenso klar. Jedenfalls hatte ich nicht das Gefühl, dass diese Herangehensweise ein Fake ist. Und darum bin ich auch nicht sicher, ob die Gleichung "Nachbearbeitung = Fake" immer so aufgeht. Das hängt wohl davon ab, wie man "Fake" definiert bzw. wo man die Schwelle dafür ansetzt.

Aber: Ein Misch aus vielen gleichzeitig spielenden Gitarren in einem Demo-Musikstück ist natürlich nicht unbedingt vergleichbar mit Videos, bei denen immer nur ein Sound zu hören ist (wahrscheinlich die Mehrzahl). Insofern ist das Gesagte vielleicht auch wieder ein Spezialfall.
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