Rhythmusspiel auf der E-Gitarre

Der tut nix! Der will nur üben!

Re: Rhythmusspiel auf der E-Gitarre

Beitragvon oldie but goldie » Donnerstag 13. November 2014, 12:52

Trotzdem finde ich, es klingt nicht so, wie es sollte. Bei diesen offenen Akkorden klingen die Töne oft zu lange aus, es fehlt etwas, was ich jetzt als rhythmische Betonung bezeichnen würde. Gleichzeitig kommt der Gitarrist auch dem Keyboarder in die Quere, weil er mit den hohen Saiten (E- und H-Saite) frequenzmäßig oft im Bereich des Keyboarders wildert.


genau auf dieses Problem möchte ich jetzt etwas näher eingehen. Zwei Gitarren und Keyboard sind vom Prinzip her schon eine gewisse Konkurrenz ;) In solch einer Besetzung ist meistens die beste Lösung "weniger ist mehr" ! Soll heissen, wenn der Kollege an der 2-ten Gitte anstatt der klassischen (Lagerfeuer)-Akkorde auch mal nur Singlenotes spielen würde, könnte man hier nicht nur dir, sondern auch dem Keyboard etwas aus der Linie gehen und man kollidiert dann weniger mit dem Tastenmann ( oder ist's eine Frau :?: ) Singlenotes haben überhaupt den Vorteil, auch noch den Rhytmus zu unterstützen und die Komposition klingt dann auch etwas luftiger. Ganz wichtig ist auch, bei Lagen-bzw. Harmoniewechsel, auf Gegenbewegungen zu achten, also wenn Gitarre 1 eine Aufwärtsbewegung am Griffbrett macht, sollte Gitarre 2 sich eine Abwärtsbewegung überlegen usw. Das Keyboard könnte dann mit einem schönen Flächensound die Würze beitragen. Speziell bei jüngeren Bands vermisse ich solche kompositorischen Erfahrungen ( was aber verständlich ist ;) ) dazu gehört eben ein umfangreiches harmonisches Wissen und Gespür !
Soll aber nicht heissen, dass man zwischendurch auf einen Lagerfeuerakkord verzichten muss und manchmal klingt es richtig gut, wenn überhaupt mal auf einer der beiden Gitarren gar nichts gespielt wird :D
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Re: Rhythmusspiel auf der E-Gitarre

Beitragvon FretNoize » Freitag 14. November 2014, 09:14

Interessant, was Du zum Singlenote spielen sagst. Ich habs oft probiert, aber ich hatte nie das Gefühl, daß es etwas für den Song bringt. Werd' ich in Zukunft mal etwas öfter antesten, auch mit den auf- und abwärts-Kombinationen.
Aloha,
Holger

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Re: Rhythmusspiel auf der E-Gitarre

Beitragvon Ferdi » Sonntag 30. November 2014, 12:45

Ich spiele gerade was, das zu Rolands Thema passt. Von der Theorie her geht es ja um Akkordumkehrungen.

Also, ich bereite da dieses Stück zur Aufnahme vor, in dem der Akkordwechsel Edur, Ab moll, A dur vorkommt. Da das Ding vorher in depressiver Stimmung zwischen C# moll und Amaj7 möchte ich die Stimmungsaufhellung durch den Edur möglichst intensiv haben, daher scheidet für mein Empfinden 001220 (von der höchsten zur tiefsten Saite) aus. Doof eigentlich, da sich die Finger so am wenigsten bewegen müssten (einzig die Terz wird anders gegriffen, sonst derselbe Akkordtyp), nur die Hand eben.

X9997X für Edur kommt schon viel fröhlicher. Der Wechsel zu X4466X (=Ab moll) und X5677X (= A dur) erfordert aber vergleichsweise weite Wege. Also spiele / übe ich jetzt den Wechsel so: X5467X (=E dur), X4466X (=Ab moll) und X5677X.
Vielleicht spiele ich aber doch lieber X99911X mit der Durterz im Bass. Grundton im Bass ist häufig die langweiligste Möglichkeit.
Ferdi
 

Re: Rhythmusspiel auf der E-Gitarre

Beitragvon Wizard » Sonntag 30. November 2014, 13:06

Hin und wieder spiele ich E-Dur als verschobenen D-Dur im vierten Bund, also 454XXX oder etwas krasser 12 12 13 14.
Mein Lieblings E-Dur bleibt für alle Zeiten der übliche Chord im ersten Bund, der hat ne geile Power mit den drei offenen Saiten.
Ach ja, dein verschobenes A im neunten Bund zu E-Dur gehört auch zu meinen Favoriten.
Gruß Peter

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Re: Rhythmusspiel auf der E-Gitarre

Beitragvon MonacoFranke » Sonntag 22. November 2015, 20:55

Der Thread ist etwas älter, aber ich hatte heute eine nette Begegnung mit E-Dur :D

Seit Tagen zerbreche ich mir den Kopf, wie das hier geht:



Ja, das ist tatsächlich eine Gitarre und kein Keyboard.

In meiner "Verzweiflung" habe ich den Gitarristen (Avi Bortnick) angeschrieben und prompt eine Antwort bekommen: Open E ! :shock:

Übrigens: Die Überjam Deux ist gerade eine meiner Lieblings-CDs. Und Avi Bortnick ist ein richtig netter Zeitgenosse, der auch ab und zu in der "Premier Guitar" zum Thema Rhythmusspiel schreibt. So schließt sich der Kreis zum Thread ;)

Schönen Sonntag noch!
Frank
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Re: Rhythmusspiel auf der E-Gitarre

Beitragvon Magman » Sonntag 22. November 2015, 23:18

Frank, ich habe die CD auch und habe da jetzt mal ganz genau reingehört. Das ist wirklich geil gespielt und hier und da hört man auch die offene Stimmung. Da gibt's tolle Sachen auch außerhalb Keefs Open G :mrgreen:
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Re: Rhythmusspiel auf der E-Gitarre

Beitragvon MonacoFranke » Montag 23. November 2015, 18:25

Magman hat geschrieben:Frank, ich habe die CD auch und habe da jetzt mal ganz genau reingehört. Das ist wirklich geil gespielt und hier und da hört man auch die offene Stimmung. Da gibt's tolle Sachen auch außerhalb Keefs Open G :mrgreen:


Ja, ich entdecke gerade Open E. Das lässt sich auch ganz gut umstimmen, fällt mir jedenfalls gedanklich leichter, auf E-Dur hochzustimmen (Ganzton/Ganzton/Halbton).

Und Avi ist wirklich auch ein netter Zeitgenosse, Respekt!
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