Dur/Moll/Pentatonik

Die dunkle Seite der Macht

Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon Batz Benzer » Dienstag 14. Juli 2015, 10:48

SilviaGold hat geschrieben: Sowas dürfte Musiktheoretisch gar nicht "funktionieren" :lol: bzw. soll nicht sein!


Woher nimmst Du diese Idee...? - Wie ich oben schon schrob: Die Musiktheorie folgt den Musikern. Erklärt, was Mukker da so machen. Nun ist der Blues nicht gerade neu und natürlich schon laaaaaange Teil der Musiktheorie. ;)

Nicht falsch verstehen: Man braucht die Theorie nicht zum Musizieren. Aber sie ist eben auch nicht der natürliche Feind der Inspiration, des Blues, des Rock oder des Punks, ja noch nicht mal der Improvisation. Beide Wege nähern sich nur aus unterschiedlichem Blickwinkel derselben Sache.

Lieben Gruß,

Batz. :smoke01:
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Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon SilviaGold » Dienstag 14. Juli 2015, 11:08

Batz Benzer hat geschrieben:
SilviaGold hat geschrieben: Sowas dürfte Musiktheoretisch gar nicht "funktionieren" :lol: bzw. soll nicht sein!


Woher nimmst Du diese Idee...? - Wie ich oben schon schrob: Die Musiktheorie folgt den Musikern. Erklärt, was Mukker da so machen. Nun ist der Blues nicht gerade neu und natürlich schon laaaaaange Teil der Musiktheorie. ;)

Nicht falsch verstehen: Man braucht die Theorie nicht zum Musizieren. Aber sie ist eben auch nicht der natürliche Feind der Inspiration, des Blues, des Rock oder des Punks, ja noch nicht mal der Improvisation. Beide Wege nähern sich nur aus unterschiedlichem Blickwinkel derselben Sache.

Lieben Gruß,

Batz. :smoke01:


Es war 1. so gemeint das zum Dur Akkord ja genaugenommen die Durtertz gespielt werden "soll" und 2. bei Mollakkord ebent die Molltertz "passt". Das weisst du schon klaro :)

Hab schon vermutet als ich das schrieb - das da was kommt, weil ich das so platt ausgedrückt habe...

Weil ich denke, so betrachten die meisten wohl aber erst mal die Musiktheorie: als Vorschrift.

Diese Idee stammt wohl aus meinem alten Denken, was immer noch oft nachwirkt :(
Ich bin ja schon von der alten MusikSchule. Lernen nach Noten! Verstehen durch Theorie.

Nach 20 Jahren habe ich das aber langsam abgelegt, weil das bei mir :lol: nicht schlüssig funktioniert hat. :)
Es gibt ja den Spruch: lerne Alles und dann vergiss es - da ist was dran und mein Hintergrund.
Ich habe viel gelernt und aus vielerlei Gründen wenig wirklich verstanden. Einiges ist gut und hängengeblieben - aber tritt immer mehr in den Hintergrund. Es zu nutzen - da reicht mir ein Minimum. Bloß nicht zu viel Denken ist da meine heutige Devise - grade weil ich da schon verkorkst wurde.

Die Musiktheorie aber als etwas Richtungsweisendes zu Benutzen oder besser noch als Versuch der Beschreibung aufzufassen ist eine besonders Gute Sichtweise - ja das finde ich sogar richtiger! :thumbsup02:
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Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon Batz Benzer » Dienstag 14. Juli 2015, 11:10

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Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon SilviaGold » Dienstag 14. Juli 2015, 11:12

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Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon kiroy » Dienstag 14. Juli 2015, 11:15

*gelöscht*
Zuletzt geändert von kiroy am Dienstag 11. August 2015, 04:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon SilviaGold » Dienstag 14. Juli 2015, 11:46

Gestern wurde BB King zitiert... ich teile das mal hier:

If you got bit by a snake, you need snake venom - to feel better!
If you have the blues, you listen to the blues - and you feel better :thumbsup03:
The blues is the antiworld to the blues ;)

:bb:
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Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon Karsten » Dienstag 14. Juli 2015, 13:26

...wow, jetzt weiß ich gar nicht wo ich ansetzen soll...ich schrob ja das es noch eine 2.Frage gibt, die ist eigentlich auch Auslöser für das hier... aber ich fang mal vorne an. Ich habe so mit 14 Gitarre klassisch zupfen gelernt. Das war natürlich eher uncool hat mir aber Fingertechnisch einen Vorsprung verschafft, so das ich in den folgenden Bands irgendwie immer der Soloheini war und bin. Lange Zeit wusste ich eigentlich auch gar nicht was ich da machte und bin nur nach Gehör gegangen. Heute habe ich das hier so grob im Kopf
Bild
wie wohl die meisten auch. Wir Cover deutsche Rock und NDW Sachen, bei den Solos habe ich viel Freiheit.
Ich merke aber jetzt, das ich eingefahren bin und bei manchen Songs ähnliches Zeugs spiele und da will ich weiterkommen. Deshalb habe ich mir zuletzt einiges nochmal intensiv angehört und merke das da was drin ist was die Sache Abwechlungsreicher macht, verstehe aber den Hintergrund nicht.
Als Beispiel nenne ich jetzt mal den Laubfroschblues von Hannes Bauer, also das was Silvia weiter vorne als fröhlichen Blues bezeichnet hatte.
Jedenfalls kann ich die Soloscala wie im folgenden Bild
Bild
über die roten Punkte leiten und darüber ne ganz andere Abwechslung erzeugen. Aber auch nicht zu lange darüber, sondern dann wieder zurück in die Pentatonik ...
Und das versuche ich Theoretisch zu durchschauen. Was passiert da, gehe ich rüber in eine Dur Scala, oder sind das zwei erweiterte Noten ähnlich der Bluenotes, über welchem Akkord geht das oder immer, kann ich da noch weiter raus, undsoweiter...
... und Danke fürs Mitdenken
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Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon Batz Benzer » Dienstag 14. Juli 2015, 14:12

Hi,

A / C / D / E / G plus Fis und H = A-Moll (A/H/C/D/E/Fis/G). :smoke01:

Die beste Übung ist und bleibt, sich einfach eine Melodie auszudenken (ich weiß, dass das nicht für jeden einfach ist; kannst auch eine nicht von Dir stammende Melodie nehmen ;) ) und diese dann auf dem Griffbrett zu finden. Die Zeit, die Du dafür brauchst, wird mit jedem Mal geringer. Wendest Du dieses Mittel immer und immer wieder an, benötigst Du irgendwann nur noch Sekundenbruchteile, bis der gedachte Ton auch gegriffen ist.

Und dann bestimmt nicht die Tonleiter über Dein "Vokabular", sondern ausschließlich Du. :mrgreen:

Lieben Gruß,

Batz.
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Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon SilviaGold » Dienstag 14. Juli 2015, 16:46

Wenn du schon SOweit bist und alle 5 Pentatonik Positionen kannst! :thumbsup03: und dazu in Gitarrenforen und Lust hast:

Dann ist das doch der nächste klare Schritt Dir diese 2 Noten in allen Positionen nach und nach einzufügen und somit:
auch die komplette Dur bzw. Molltonleiter mit insgesamt 8 Tönen in die Finger zu kriegen... dann hast du

Die Wissen über die Mutti aller Tonleitern und Die Grundakkorde kannst du dann ja wie immer verschieben - mehr brauchst man doch kaum. Die schrägen Töne kommen ja von ganz alleine :mrgreen:

JA und mitsingen ist natürlich die beste Melodieführung. ... aber du willst das ja auch verstehen.

Aber füge dann bitte mal anstatt dem Fis mal das F ein! Das ist dann A-moll / C-Dur! (ohne die Blauen)

Deine Abfolge A/H/C/D/E/Fis/G/A ist eine andere Tonleiter. Eine Kirchentonleiter: der Modus DORISCH. (ohne die Blauen)
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Re: Dur/Moll/Pentatonik

Beitragvon Magman » Dienstag 14. Juli 2015, 19:42

Liebe Grüße vom Pfälzer ;)

der nette Herr Pfälzer hat geschrieben:Warum man über einen "Dur"-Blues eine Moll-Penta spielen kann.


1. Blaue Statik:

Viele Gitarristen bezeichnen einen konventionellen Blues als "Dur-Blues". Das ist natürlich falsch, da wir es nicht mit Dur-Akkorden (die als erste Erweiterung eine große Septim, ugs. maj7 haben), sondern mit Dominant-Sept-Akkorden (kurz dom7 oder ugs: "Siebener").

So, und jetzt kommt der casus knactus: Im Gegensatz zur klassischen Harmonielehre, in der dom7-Akkorde immer eine bestimmte harmonische Funktion (nämlich als V. Stufe zur Hinleitung zur Tonika, d.h. erste Stufe) haben, sind sie im Blues funktionsfrei und somit außerhalb jeglicher modalen Harmonik.. Anders gesagt: Es gibt funktionale dom7-Akkorde (wie z.B. in einer I-IV-V-I oder II-V-I-Verbindung) und statische dom7-Akkorde (wie z.B. im Blues).

2. Siebte Statik:

Verweilen wir doch noch einen Moment bei statischen dom7-Akkorden: Diese haben also keine Zielfunktion und sollen auch nichts einleiten oder harmonisch provozieren, sondern stehen einfach da, weil sie ein wenig Spannung verbreiten (die kommt btw. daher, dass zwischen Terz und Septim eines dom7.-Akkordes ein Tritonus liegt, aber das interessiert nur peripher, solange wir einen dom7 am typischen Klang erkennen).
Da statische dom7-Akkorde außerhalb der klassischen Harmonisierung einer Tonleiter stehen, können wir sie beliebig verändern, ohne auf modale Regeln Rücksicht zu nehmen. Wir können z.B. die Terz weglassen und durch die gr. 2 (sus2-Akkord) oder 4 (sus4-Akkord) ersetzen (wie z.B. bei "Pinball wizard"), oder wir können die kl. Terz als #9 obendrauf packen ("Hendrix-Akkord"), um die Spannung noch etwas zu erhöhen.
All das können wir aber nur tun, wenn es ein statischer dom7-Akkord ist; und das sind die Akkorde im Blues.

3. Was hat das mit der Moll-Penta zu tun:

Die Moll-Terz (noch mehr ihre leicht angezogene Verwandte, die Blues-Terz) hat in einer Moll-Penta die Funktion, Spannung zu erzeugen. Spielen wir sie über einen dom7-Akkord, erhalten wir den typischen dom7#9 (nochmal: Hendrix-Akkord) Sound; und das wollen wir. Und das ist harmonisch okay, da wir uns ja nicht im modalen Kontext befinden.

Ursprünglich wurde über einen statischen dom7-Akkord zur Improvisation nur sein Arpeggio (1-#3-5-7) benutzt, die Mollterz wurde als ein zusätzlicher Ton beim Solieren über einen statischen dom7-Akkord angesehen, ähnlich wie die b5 auch als Blue Note klassifiziert. Sie war also eigentlich nur als zusätzliches Farbmuster gedacht, etablierte sich aber (wahrscheinlich, weil sie in der Root-Position einfacher zu greifen ist als die große Terz) recht schnell bei Gitarristen als die "eigentliche Terz" (man beachte in diesem Zusammenhang z.B. Bluespianisten, die noch viele Jahre an der großen Terz als eigentliche Terz festhielten). Durch die Verbreitung der Gitarre als führendes Bluesinstrument (z.B. durch Robert Johnson, aber auch durch Charlie Christian, der die Blues-Penta als erster im Jazz etablierte), änderte sich die Hörgewohnheit dergestalt, dass man die Mollterz über einen dom7 sofort als "bluesig" erkannte. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das durch "Erzblues" wie Albert King oder Muddy Waters zementiert, während "Fröhlich-Blueser" wie BB King bei der Dur-Terz als Hauptelement blieben, diese aber durch Verwendung der Mollterz weiter würzten. Und da ist auch schon die Lösung in Sicht:


4. Einfache Lösung für die Terzverwirrung:

Der Trick besteht darin, über einen Dominantblues den jeweiligen Arpeggio (also bei einem C-Blues über C7 den C7-Arp = c-e-g-b, über F7 den F7-Arp etc.) des Akkordes mit der Mollpenta des Grundakkordes (also bei einem C-Blues die C-Mollpenta über ALLE Akkorde) zu mischen. Eine weitere Lösung besteht darin, die Moll-Penta 3 Habtöne unter der Root (sogenannte "Dur-Penta", was aber Blödsinn ist) zu benutzen und zusätzlich in sie die Mollterz einzupflegen, was dann so aussieht (und btw. ziemlich nach Larry Carlton und Robben Ford klingt):

Bild

VORSICHT: Das sieht zwar vom Greifen her aus wie eine Blues-Penta, hat aber ganz andere Funktionen als diese, die bitte das Ohr beachten sollte...

5. Kurzfassung:

Warum also die Mollpenta über einen dom7-Blues?
Weil es so klingt, wie wir es gewohnt sind. Und weil uns im Blues modale Harmonielehre mal am Tüffel tuten kann, außer wir wollen sie benutzen...aber dann könnte es schon die böse Musik mit "J" sein.....
Bild

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