Der GROOOOVE-Thread

Die dunkle Seite der Macht

Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon Batz Benzer » Donnerstag 31. Dezember 2015, 17:11

Lady, Gents,

hier wie gewünscht der Saloon fürs Diskutieren rund ums große Mysterium: Nein, nicht die Frauen: Der Groove! :boing01:

(Ob Musiktheorie da die richtige Rubrik ist...? - Sagt Eure Meinung!)

Ich habe mal ein paar Aussagen hierzu aus einem Nachbarthread geklaut, quasi als Appetizer:

kiroy hat geschrieben:Groove ist für mich zwar kein Fremdwort, aber ob ich den Groove "im Blut" habe? Mir wäre aber auch keine Abstufung dazwischen eingefallen.


Batz Benzer hat geschrieben:So brauche ich beispielsweise stets einen wählbaren Mittelwert, also eine ungerade Anzahl von Antwortmöglichkeiten; sonst ist es ja nicht möglich, sich für die Mitte zu entscheiden. Bei der Groove-Frage z.B. "Ich komme zurecht, bin weder Grooveminister noch Versager.", etc.

Groove hören fällt mir sehr leicht, ich bemerke kleinste Tempo-Ungenauigkeiten. Nicht ganz so gut wie mein Groove-Gehör ist mein eigener Groove, aber immer noch so gut, dass ich mich selbst im oberen Drittel verorten würde.

(...)

Ich bin es gewohnt, im Bandkontext das Groove-Rückgrat zu sein, höre Timing aber noch ein wenig besser als ich selbst spielen kann.


Wizard hat geschrieben:@ Martin: wie Batz es schon erwähnte, fehlt auch mir bei Groove das Mittelding. Bin weder Groove-Versager noch damit geboren. Würde mich also mittig einstufen ...


Magman hat geschrieben:Allerdings sehe ich das etwas anders als der Micky, bei Groove gibt es kein Mittelding! Entweder man hat Groove oder eben nicht. Das kann man auch leider nicht üben. Das hat auch nichts mit Talent oder Spielstärke zu tun, ich kenne einige notenfeste Musiker die perfekt vom Blatt spielen können aber leider keinen Groove in sich haben.


Batz Benzer hat geschrieben:Meines Erachtens sind diejenigen, die sich ihr Rhythmusgefühl erarbeiten müssen, in der Mehrzahl. Meist muss man es erst aktivieren und dann trainieren.

An den jeweiligen Rändern findet man jene, die in der Tat niemals werden grooven (aber zählen!) können und jene, die als Groovemaschinen (müssen niemals zählen) geboren wurden.


SilviaGold hat geschrieben:Die Forumsfrage betr. Groove bedürfte wirklich etwas Anpassung, vor allem weil ich der Überzeugung bin:
Groove ist nicht entweder im Blut oder man hat ihn nicht.


setneck hat geschrieben:Die Frage nach dem Groove hat mich am meisten aufgehalten. Habe mich dann für das "Fremdwort" entschieden. Aber das ist so eine Sache. Ich habe für mich festgestellt, dass das (von der Tagesform mal abgesehen) ziemlich von den Mitmusikern abhängt. Spiele ich mit dem "richtigen" Drummer zusammen, geht alles wesentlich präziser ab. Gute Bassisten sind im Amateur-Cover-Bereich selten. Auch wenn ich selber (s.o.) spieltechnisch meine Grenzen habe, groovt es mit der entsprechenden Rythmusgruppe einfach besser.
So langsam komme ich jetzt vom Hölzchen aufs Stöckchen, aber das hängt da irgendwie alles dran. Vielleicht ergibt sich hieraus ja der ein oder andere neue Thread.


Oh ja...! :mrgreen:

FretNoize hat geschrieben:
Magman hat geschrieben:bei Groove gibt es kein Mittelding!

Aber es gibt z.B. Drummer, die grooven bei Four-to-the floor, aber beim Shuffle klappts eben nicht. Ist also nichts mit generell.

(...)

Bei manchen Dingen groove ich, und manchmal meine ich es nur, wie ich dann auf den Aufnahmen hören muß.


SilviaGold hat geschrieben:Würde eher sagen Groove ist das Mittel"ding" zwischen Starrheit einer Maschine über sehr tight zusammenspielen etc. bis hin zu schlechetem Sessionjamrumgepolter :mrgreen:

Das wär mal sehr interessant: ein ganzer Thread über Das Tema "Groove".
Dann würde evtl klarer was sich versch. Musiker darunter vorstellen, wie sie das definieren: das Groove Ding.
Wo fangt er an wo hört er auf , bzw ist es kein Groove.

Aber am Besten man spielt einfach so gut man kann und versucht drauf zu achten aufs Timing ... besser als die ganze Theorie.
Als ich mir meine letzte Aufnahme so nach 3 Tagen angehört hab - habe ich doch schnell die Hände über den Kopf zusammengeschlagen! :lol:


tommy hat geschrieben:Moin,

wenn musikalische Vibrations mich so erfassen, dass meine tiefsten Urinstinkte dahingehend berührt werden, dass ich unbewusst anfange innerlich und/oder äusselich zu "zappeln", ja dann grooved es! Das hat nach meiner Auffassung weder etwas Mathematisches noch Musiktheoretisches zur Ursache.
Im Gegenteil. Groove lässt sich nicht in Noten fassen. Er ist m.E. nicht erlernbar sondern ausschließlich erfahrbar, wenn man sich darauf einlässt. Und genau dieses Gefühl sollte man versuchen, auf sein Spiel zu übertragen. Dieses Fallenlassen umzusetzen, kann man dann erlernen bzw. trainieren, ähnlich der Meditation.
Sind diese Urinstinkte nicht vorhanden oder abrufbar, gibt es auch keinerlei Referenz für die Anwendung. Da hilft dann weder Musiktheorie noch ein Metronom weiter.

Meine fuffzich Pfennig!


Guten Rutsch, Ihr Lieben!


Magman hat geschrieben:Groove ist alles andere als Theorie. Selbst richtig gute Notisten müssen nicht unbedingt Groove haben. Können wir gerne mal drüwwer redde. Aber dieses Jahr nimmer :mrgreen:

PS: Tommy hat das so gut beschrieben, besser, einfacher und verständlich geht's nimmer. Klasse! :thumbs: :prost:


Oh wohl... :mrgreen:

partscaster hat geschrieben:Das hast du [gemeint ist Tommy] sehr gut in Worte gefasst! Groove ist ein natürliches und auf Emotionen basierendes Phänomen, welches man nur schwer "erlernen" aber sicher in sich finden und wecken kann. Ich denke auch, dass technische Sicherheit, also wenn die Finger automatisiert laufen - oft "Muscle Memory" genannt - da ist, der Körper/Geist entspannter ist und sich eher dem Groove öffnet. :afro:

Lieben Gruß
Michael


So, weiter im Text: Knock yourselves out!

Lieben Gruß und einen guten Rutsch,

Batz. :smoke01:
"Lennon was the soul of the Beatles, Harrison was the spirit, Paul was the heart, and Ringo was the drummer."

- George Martin
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Re: Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon SilviaGold » Donnerstag 31. Dezember 2015, 17:26

Das hast du aber schön aus gedrückt Batz ..echt groovy!
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Re: Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon Wizard » Donnerstag 31. Dezember 2015, 18:16

Batz Benzer hat geschrieben:
Knock yourselves out!

Lieben Gruß und einen guten Rutsch,

Batz. :smoke01:


Knock on wood!

Dir und allen anderen Budisten ebenfalls einen guten Rutsch! Bild Man sieht sich nächstes Jahr :clown:
Gruß Peter

immer noch aktuell: >>> leben und leben lassen <<<
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Re: Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon SilviaGold » Donnerstag 31. Dezember 2015, 18:58

Andrea schrieb: Jepp Tommy - sich in eine Zeitlücke fallenlassen und dann sobald man das verstehn will ist er weg :D :thumbsup03:


Tommy schrieb: Sorry, ick bün allwedder dor! :mrgreen:

...mache allerdings dann im anderen Thread weiter (solange der Cola Whisky es zulässt
:tuete01: ).


:muahaha: ich meinte den GROOVE !

aber dich TOMMY haben wir auch gern wieder da :banana02: :lol: Hicks
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Re: Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon tommy » Donnerstag 31. Dezember 2015, 19:03

SilviaGold hat geschrieben:Andrea schrieb: Jepp Tommy - sich in eine Zeitlücke fallenlassen und dann sobald man das verstehn will ist er weg :D :thumbsup03:


Tommy schrieb: Sorry, ick bün allwedder dor! :mrgreen:

...mache allerdings dann im anderen Thread weiter (solange der Cola Whisky es zulässt
:tuete01: ).


:muahaha: ich meinte den GROOVE !

aber dich TOMMY haben wir auch gern wieder da :banana02: :lol: Hicks



:muahaha: ach so! Sorry, ich hatte schon Zwei! :prost:
LG Tommy


Ich wünsch' mir einen Dudelsack!
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Re: Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon telly45 » Donnerstag 31. Dezember 2015, 21:25

Ich groove jetzt erst mal nach 2016, dann gehts hier im Thread weiter :prost:
Gruß Rainer
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Re: Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon Duke » Freitag 1. Januar 2016, 11:50

Groove ist ein interessantes aber auch sehr schwieriges Thema, wenn man es in Worte fassen will.

Denke, dass Groove in der Theorie sehr schwer zu erfassen ist, weil er individuell entsteht.

Hab schon Profis erlebt, die supertight waren und null Groove hatten. :shock:
Auf der anderen Seite Bands mit latent schleppenden Schlagzeugern, die die Tanzfläche auch mit unbekannten Songs voll spielen können. :kopf_kratz01:
LG
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Re: Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon SilviaGold » Freitag 1. Januar 2016, 13:48

Einige Musiker schütteln Groove ja quasi ganz natürlich aus dem Handgelenk aber andere können ihren Rhytmus/Timing ja auch bewusst verbessern. Es gibt ja eben Techniken die man lernen und einsetzen kann wenn man den Grooven möchte.

Mir hat damals ein Buch zumindest etwas weitergeholfen,mir vieles nahegebracht was ich nie beachtet hatte:

https://www.alle-noten.de/Gitarre-E-Bass/Gitarre/Groove-Guitar.html?gclid=CNeaoovQiMoCFcgYGwodXl4MQQ

Eine ganz grundlegende Übung ist ja zum Beisp. beim Üben ein Metronom auf 2 + 4 schlagen lassen anstatt auf 1 + 2.

Ich glaube mindestens 50% der Musiker die ich so kennengelernt habe, denken Grooven wäre nur Talent. :?

Aber ne... da gibt es doch noch viele ander Gründe, Möglichkeiten, Techniken... wie man besser werden kann oder?

...ich war/bin ach immer der Meinung mn profitiert davon miteinander ... wenn man seine "Tricks" weitergibt ...aber leider ist in der Gitaristenszene oft so eine Geheimnistuerei um vieles gewesen. Sicher vieles lernt man erst wenn man soweit ist, aber wiegesagt es gibt ja eben auch Methoden dafür... groovy weiterzukommen :)
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Re: Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon uwich » Freitag 1. Januar 2016, 14:03

Ich denke nicht, daß Groove ähnlich wie die "Macht" da ist oder nicht da ist. Also nicht: entweder man hat Groove oder man hat keinen und daran ist nichts zu ändern.
Denke aber, daß es Menschen gibt, die sehr leicht und unbeschwert zum Groove kommen und andere sich das sehr hart erarbeiten müssen. Dies ist vielleicht auch genetisch festgelegt - wahrscheinlicher hängt das aber mit den Erfahrungen des Lebens insb. auch in der prägenden Kindheit und Jugend zusammen oder zumindest in der Zeit, in der ein Musikinstrument erlernt wird.

Ich glaube auch, daß Groove mit bestimmten Musikstilen zu tun hat und in anderen Musikstilen unpassend ist. Für mich bedeutet Groove, daß Musiker auf Basis von Swing- und Blues-orientierter Musik (inkl. aller Variationen davon) passend zusammenspielen. Bei Musikrichtungen wie gregorianischem Chor oder klassischer arabischer Musik spielt Groove keine Rollen - es ist schon mit der afroamerikanischen Musik verbunden (Blues, Gospel, Ragtime, Soul, Funk, Jazz, Rhythm and Blues, Hip-Hop) und eher nicht mit anderen Musikrichtungen.

"Groove" hat auch etwas mit Gefühlen und Stimmungen zu tun und ist ähnlich schwammig zu definieren wie "der hat den Blues" oder "die hat den Soul in der Stimme". Bei Groove bedeutet es vermutlich, daß ohne großes Nachdenken "aus dem Bauch" heraus oder aus "dem Gefühl heraus" so musiziert wird, daß die Musik beim Hörer ohne Nachdenken gleich in die Hüften und die Füße geht.
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Re: Der GROOOOVE-Thread

Beitragvon M. L. Schwan » Freitag 1. Januar 2016, 15:39

Hi,
was ich in diesem Zusammenhang ganz interessant finde ist, dass wohl jeder seinen eigenen Groove hat, woher auch immer dieser kommen mag.

Eine befreundete Bluesband hatte eine zeitlang einen eigentlich sehr guten Gitarristen, der aus der Heavy Schiene kam und sich in Richtung Blues weiterentwickelt wollte. Er tat sich aber ziemlich schwer bluesig zu klingen, trotz der seiner Meinung nach "richtigen" Töne.
Im Gespräch sind wir dann darauf gekommen, dass er sprichwörtlich anders tickt, d. h. er denkt in 16teln und baut darauf seinen Groove auf.
Viele Grüße
- Der Schwan -
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