Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Die dunkle Seite der Macht

Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon Pfaelzers KSM » Montag 2. April 2018, 20:05

Viel junge Padawane fürchten die Harmonielehre als Teufelswerk: Sie sei kompliziert und unmusikalisch, beraube einem des Feelings und überhaupt bräuchten nur die bösen Sith, die die üble Musik mit "J" machen, so Zeuch.

Dabei benutzt JEDER (ja, jeder) in diesem Forum Harmonielehre in der Praxis, und zwar ein sogar relativ komplexes harmonische Gebilde…eine "Tonika-Subdominant-Dominantverbindung mit statischen Dominant-Sieben-Akkorden und terz-alterierenden Pentatoniken"…..
Doch, benutzt ihr alle. Heißt in der Kurzform "Blues-Schema".

Und genau das ist der Punkt: Die meisten Leerwerke (kein Tippfehler) sind vollgepflastert mit pseudointellektuellem Kram, der vielleicht bei der Analyse von Orchesterwerken des Impressionismus recht wissenschaftlich klingt, aber mit der musikalischen Realität des geneigten Gitarristen relativ wenig zu tun hat. Dabei ist Harmonielehre ein wundervolles Werkzeug, das viele Dinge im musikalischen Leben ungemein erleichtert….

Ich möchte anhand des Bluesbeispiels mal zeigen, was Harmonielehre in der Praxis alles leisten kann:

- Musikalische Kommunikation: Wenn man mit anderen Musik macht, lässt es sich nicht vermeiden, hier und da vorab zu besprechen, was man macht. Der Harmonielehrenterminus "Blues in E" ist sehr hilfreich, denn jeder weiß was gemeint ist, man muss die Akkordfolge weder aufschreiben noch erklären und es ist auch noch (relativ) einfach darüber zu improvisieren, weil jeder die Akkordwechsel und die musikalische Form intus hat.
-> Und siehe da, es gibt noch mehr solche Formen…die haben zwar komische Namen wie "2-5-1" oder "Turnaround", aber wenn jeder der Mitmusiker diesen Terminus kennt, lässt sich ohne viel Aufhebens zusammen Musik machen.

- Erleichtertes Raushören und Merken: Wenn man zusammenhängende musikalische Gebilde wie ein Blues-Schema oder einen Turnaround (er)kennt, muss man nicht Ton für Ton raushören, sondern hört gleich das ganze musikalische Element raus. Man muss sich auch nicht die einzelnen Töne merken …man merkt sich nur die jeweiligen Elemente und reproduziert dieselbigen. Ebenso ist es mit Soli und Melodien: Hat man analysiert und begriffen, dass man da nur eine bestimmte Skala auf eine bestimmte Art spielt, muss man sich eben nicht jeden einzelnen Ton merken, sondern kann eine Menge Zeuch in einer Art musikalischem "Ordner" zusammenfassen.
Haben wir in unserem Bluesbeispiel einen Lauf, der die Blues-Skala einfach von oben nach unten enthält, merkt man sich nicht die einzelnen Töne, sondern eben das ganze Element: "Bluesskala von oben nach unten"

- Besseres Verständnis der Helden: Wenn man wie der hochverehrte Gitarrist X klingen will, hilft die Kopie dessen Equipments nur wenig, und auch die reine Reproduktion seiner Licks will nicht wirklich befriedigen. Besser ist es, eine sogenannte "Style Study" zu machen (das ist eine meiner Hauptaufgaben als Gitarrenlehrer – und ich werde hier sicherlich auch ein paar Kostproben von Style Studies klugscheissen). Bei dieser Analyse ergründet man u.a. das Tonmaterial, das unser Gitarrenheld spielt und vor allem, wie er damit umgeht, d.h. welche Töne er wie bevorzugt spielt. Ohne Harmonielehre ist es ziemlich schwer, diese Analyse vorzunehmen; und es ist ohne harmonisches Verständnis fast unmöglich, diese Analyse in das eigene Spiel zu integrieren, d.h. die Erkenntnisse über Gitarrist X zu nutzen, um einen eigenen Stil zu entwickeln, der aus den Stilistiken aller meiner Helden emuliert wird.
In unserem Bluesbeispiel merkt der geneigte Padawan, dass wenn er die "Dur"-Pentatonik spielt, sich das Ganze nach BB King anhört…und wenn er mixo spielt, nach Robben Ford…

- Die Möglichkeit, zu blenden und zu bescheissen: Es gibt diese Tage, an denen man die Musikalität beim Aufstehen im Bett gelassen hat…dumm nur, wenn man an diesem Tag einen Gig hat. Noch blöder, wenn es ein Söldnergig ist und man das ein oder andere Stück gar nicht kennt. Trotzdem kann man mit praktischer Anwendung von Harmonielehre unfallfrei durchkommen, wenn man in den Akkorden oben genannte Zusammenhänge erkennt und einfach reproduziert und sich bei Soli an den Akkordtönen entlang hangelt.

Anders gesagt: Praktische Harmonielehre ist etwas für Leute, die zu faul zum auswendig lernen sind, und stattdessen etwas Verständnis von Strukturen benutzen. Sie ist etwas für Leute, die schnelle Erfolge beim Raushören haben wollen, und das durch Erkennen ganzer Passagen erreichen. Praktisch angewendete Harmonielehre kann dabei helfen, problemfrei von BB King-Sound zum Gary-Moore-sound-alike zu wechseln. Und natürlich hilft sie ungemein, deutlich besser zu klingen als man eigentlich ist.

Allerdings gibt es ein Problem: Praktische Harmonielehre kann man nur von Praktikern lernen. Und die sind leicht zu erkennen:
- Bevor ihr ein Buch über Harmonielehre kauft, hört euch erst mal den Autor an…und wenn euch nicht gefällt, wie der Autor spielt, braucht ihr auch sein Buch nicht….
- Komplizierte Konzepte funktionieren nicht, denn sie sind kompliziert zu hören. Einfache Konzepte sind leicht zu hören, aber extrem schwierig zu entwickeln (komplizierte Jazzgitarristen gibt es wie Sand am Meer, aber es gibt nur einen Wes M.).
- Gute (=praxisbezogene) harmonische Konzepte enthalten auch rhythmische Bestandteile, d.h. es ist nicht nur wichtig, was man spielt (und warum), sondern vor allem WANN.

Vielleicht mag dieses kleine Pamphlet den ein oder anderen Padawan dazu bringen, Harmonielehre nicht mehr als die reine Verkörperung der dunklen Seite der Macht anzusehen…sondern einfach als das, was sie wirklich ist: Ein Werkzeug, das den Weg zum Ziel verkürzen kann, ihn aber auf jeden Fall einfacher macht.
Pfaelzers KSM
 

Re: Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon M. L. Schwan » Montag 2. April 2018, 21:17

Hallo,
da hier im Forum ja eindeutig der Schwerpunkt auf Equipmentthemen liegt, tut es sicherlich gut mal über den Tellerrand zu kucken und etwas Harmonielehre zu schnuppern.
Ich freue mich jedenfalls drauf.
...und noch
welcome back :banana02:
Viele Grüße
- Der Schwan -
Benutzeravatar
M. L. Schwan
 
Beiträge: 646
Registriert: Samstag 4. April 2015, 10:02

Re: Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon SilviaGold » Montag 2. April 2018, 23:34

Der sehr gute Beitrag ist ja erstmal ein Klasse Einstieg ins Forum :mrgreen:
Er hat mich etwas angeregt...


[Alles weitere kann aber auch ggf. abgetrennt werden...bin am philosophieren :D ...
Ich hatte also dann so ein paar Gedanken :kopf_kratz01: ]

Es gibt wohl nichts was es nicht gibt an "Musik". Milliarden Menschen machen sie in Ihrer spezifischen Art.
Der eine und mag versteht auch den anderen in seiner musikalischen Ausdrucksweise - der andere gar nicht... das erstmal vorrausgeschickt... und unsere westliche Theorie - bleibt ein sehr guter aber doch gleichzeitig auch bescheidener Versuch, die Musik der Menscheit zu analysieren. Sie hinterlässt eine Formbeschreibung...kann in der Praxis auch oft im Wege stehen...je genauer man hinschaut :(

Jetzt zu uns Padawanen :)

Ich dachte zuerst, grob gesehen an zwei Musikertypen, die das riesige Spektrum gegenpolig begrenzen.

1. Die einen spielen überwiegend nach Gefühl und dem Gehör, das sie führt und natürlich lenkt.
Die Musik erklingt dann meistens sehr fließend.

2. Die anderen, die nicht ihrer Stimme folgen, versuchen Musik zu "Machen" - dafür benutzen und benötigen sie gedankliche Schemas und Vorgaben, die sie dann in Töne und Klänge unsetzen.
Das wirkt oft mehr ...ich sag mal stotterhaft.

-Der erste Typ könnte den Wunsch entwickeln, zu verstehen was er macht + dazu kann Theorie gut helfen.
-Der zweite Typ bräuchte aber eher andere "Hilfs"- Möglichkeiten. ;)
Meine Gedanken zum Thema Musikmachen sollen jetzt also darauf hinweisen!

Beide Typen sind ja in den allermeisten Fällen sehr miteinander vermischt und das wirkliche "Spielen und Machen" bleibt ganzheitlich Geschehen und ist sehr komplex.

Ich hoffe es wird ein bisschen klar worauf ich aus will...

Es ist wichtig rauszufinden:
Wo stehe ich, welche Eigenschaften habe ich schon und was würde mich wirklich weiterbringen - dahin wo ich hin möchte. Dazu benötigt man aber zudem noch die Fähigkeit das auch einzuschätzen.

Die Musiktheorie ist sicher nicht DIE Lösung...oft ist eine sehr gegenteilige Anleitungsmöglichkeit wichtiger.
Somit bleibt es auch schwierig - beides gut zu vereinbaren.]

LG Andrea
electriclove.bplaced.net
Benutzeravatar
SilviaGold
 
Beiträge: 3434
Registriert: Donnerstag 16. Oktober 2014, 16:29
Wohnort: Bochum

Re: Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon Pfaelzers KSM » Dienstag 3. April 2018, 00:16

SilviaGold hat geschrieben:Der sehr gute Beitrag ist ja erstmal ein Klasse Einstieg ins Forum :mrgreen:

Vielen Dank!
Er hat mich etwas angeregt...
Das freut mich sehr. Der Beitrag war als Anregung gedacht; er enthält ja nur meine Gedanken und Erfahrungen aus meinem musikalischen Leben, dass auch durch den Umstand, damit Geld verdienen zu können und müssen geprägt ist.


Es gibt wohl nichts was es nicht gibt an "Musik". Milliarden Menschen machen sie in Ihrer spezifischen Art.
Der eine versteht und mag den anderen in seiner musikalischen Ausdrucksweise - der andere gar nicht...

1. Die einen spielen überwiegend nach Gefühl und dem Gehör, das sie führt und lenkt sie natürlich.
Die Musik erklingt dann meistens fließend.

Wenn wir diese beiden Gedankengänge zusammenlegen, sehen wir eines der Hauptprobleme der "nur aus dem Feeling"-Attitude (das ist nicht abwertend gemeint, ich habe Hochachtung vor Künstlern, die sich konsequent jeder konventionellen Form verweigern):
Jeder hat ein unterschiedliches Feeling, unterschiedliches inneres Timing, auch unterschiedliches harmonisches Ohr. Und solange man alleine spielt, fließt das wunderbar aus einem heraus (und ich mag das sehr). Aber in dem Moment, wenn man mit anderen zusammen spielt, einen Groove zusammen entwickeln will, mehrere Stimmen zu einer farbigen bündeln will, muss eine Basis da sein. Eine gemeinsame Basis in Form von gemeinsamen Vokabular. Und dieses gemeinsame Vokabular ist neben der Rhythmik nun auch ein gemeinsamer Tonraum. Noch schwieriger wird es, diesen Tonraum auch noch auf die Zuhörer, die zumeist Nicht-Musiker sind, auszudehnen. Und dafür hilft praktisch angewandte Harmonielehre.
Es ist ja nicht so, dass diese (im Gegensatz zur Musiktheorie, das ist was komplett Anderes) in Stein gemeisselt wäre....sie gibt nur Vorschläge von musikalischen Formen, die einem gewissen Hörverständnis und einer gewissen Hörerfahrung nach gut klingen. Es ist halt für den geneigten westlich geprägten Menschen schwierig, wenn der Bassist auf dem Fretless indische Vierteltöne spielt, der Saxofonist sägezahnähnliche Toptones von sich gibt, während der Keyboarder in C-Dur und der Gitarrist in cis-melod-Moll spielt. Das mag fließen...aber nicht für viele Zuhörer (und die beteiligten Musiker sind AUCH Zuhörer).
Kommunikation (und Musik ist nun mal Kommunikation) funktioniert immer dann gut, wenn gleiches Vokabular verwendet wird und dieses Vokabular von den zusammenspielenden Musikern auch gefühlsmäßig gleich besetzt ist.

Außerdem gibt es den (weitaus profaneren) Aspekt, dass sich der geneigte Musiker auch so wenig Arbeit wie möglich machen will, um zum Ziel zu kommen. Und da ist gemeinsames Vokabular auch sehr hilfreich. Es dauert einfach sehr lange, jemandem mit dem man Musik machen will Schritt für Schritt erklären zu müssen, was man denn da tut, wenn dieser keine Ahnung der benutzten Formen hat (Beispiel: Spielt mal mit einem rein klassisch ausgebildeten Musiker einen Blues...da erklärt ihr euch aber einen Wolf, bis der mal kapiert hat, wie man Moll über dom7 spielt....).

Ich persönlich spiele ja sehr gerne Duo, vor allem mit meiner Sängerin. Und wenn wir Standards spielen, dann fließt da viel, vieles ist improvisiert, meine Voicings, ihre Scats usw. Aber das funktioniert nur, weil wir die selbe Basis haben, und die ist nun mal Harmonielehre (und der eher jazzige Tonraum, in dem wir uns gemeinsam bewegen können und der über die Jahre immer weiter wurde). Ich habe aber z.B. auch schon Duosachen mit einer wirklich tollen Bluessängerin gespielt, sobald ich da die Voicings zu sehr variiere, verlasse ich das gemeinsame Vokabular und sie steht im Regen da, weil sie einfach nicht mehr nachvollziehen kann, was der dicke Gitarrist da für schräge Jazzchords von sich gibt. Und in dem Moment ist die Kommunikation für sie kaputt, für mich kaputt und für die Zuschauer komplett hinüber.

Musikalische Kommunikation braucht gleiches Vokabular, und das geht nur mit der Bereitschaft, auch sein eigenes Vokabular an das der Mitmusikanten anzupassen. Und alleine für den Prozess, diese Anpassung vorzunehmen, ist ein gewisses Maß an praktischer Erfahrung (und NICHT theoretischem Wissen, das hilft nichts) in Harmonielehre dringend nötig, wie man bei jeder guten (und noch mehr bei jeder schrecklichen) Session deutlich hören kann.
Pfaelzers KSM
 

Re: Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon SilviaGold » Dienstag 3. April 2018, 09:54

Guten Morgen... :D ...bin beim Frühstück.

Die beiden Musikertypen sind als krasse Gegensätze ausgedacht.
Es gibt ja niemand der ganz ohne Form und auch niemand der nur mit Gefühl Musik macht.

Ich bin sowoieso kein großer Fan von formlosen Freejazz, vielmehr mag ich es, die natürliche Struktur von Musik auch zu erkennen und zu nutzen, so wie du es hier schreibst :)

Die gemeinsame Basis für Musik ist sehr wichtig. Aber sie muss neben Form und Konzept etc. auch fliessende Lebendigkeit beinhalten!
(Das meine persönliche Meinung, sonst machts mir keinen Spass)
Lebendige Musik kann man nicht machen und erschaffen, sie ist es - dann wenn man mit ihr: in Verbindung kommt!

Die meist bekannte I-IV-V Form (Theorie) ist ja fast überall die wichtigste natürliche Grundlage.
Sich aber immer weiter davon abzulösen, macht musizieren nicht nur schöner und ebenfalls nicht einfacher. Wann und in wie weit ist es das Wert, wen man ggf den natürlichen Zugang und Lebendigkeit verliert?
Über einen Vamp oder ein Voicing modal oder nur eine Tonleiter zu spielen finde ich auch eine super Sache ohne allzu kompliziert zu werden.
Aber viel weiter zu theoretisieren, hilft nicht unbedingt um eigene Musikalität zu entwickeln.
Man kann schnell kopflastig werden - was dann den Musikfluss unterbricht. Darauf wollte ich wieder mal hinweisen.
Für mich hat das Wichtigkeit. Im Fluss, zur rechten Zeit, ja da passt ja fast jeder Ton gut. Wie du schon mit WANN auch angedeutet hast.

Ich habe aber z.B. auch schon Duosachen mit einer wirklich tollen Bluessängerin gespielt, sobald ich da die Voicings zu sehr variiere, verlasse ich das gemeinsame Vokabular und sie steht im Regen da, weil sie einfach nicht mehr nachvollziehen kann, was der dicke Gitarrist da für schräge Jazzchords von sich gibt. Und in dem Moment ist die Kommunikation für sie kaputt, für mich kaputt und für die Zuschauer komplett hinüber.


Das ist ein "Gutes" Beispiel zu dem was ich meine... Also mal nur meine Interpretation des Geschehens:
Hier verliert die Sängerin vieleicht ihren natürlichen Fluss...weil auch abgelenkt durch zu "schräges Gitarrenspiel" .
Der gegenseitige Verbindung mit einfachen natürlicher Harmonie wurde schneller verloren, je mehr gewollte Dissonanz ins Spiel gebracht wurde. In dieser Musiksituation seid ihr Zwei dann also nicht die richtigen Partner gewesen.

Wie kann man jetzt also erlernen abstrakte, disharmonische Musik fliessend zu spielen/zu singen und vorallem noch sich gegenseitig lässig und spontan zu bedienen?
Also nicht nur durch lernen von Musiktheorie. Nicht allein durch Praxisanwendung von Musiktheorie...

Es gehört als Musiker auch dazu wirklich frei zu sein. ja frei zu werden...
zB... Theorien nämlich, wie es schon viele sagten, auch wieder "vergessen" zu können, weil sie der lebendigen Musik auch im Weg stehen kann.

Möchte da jetzt auch nicht weiter spekulieren ob du die Sängerin als Gitarrist evtl. nicht gut genug wohin geführt hast :lol: ...ja ist klar denn es gehören ja sowieso immer zwei dazu.

Meine Gedanken die ich im 1.Post geschrieben habe, kreisen jedenfalls um uns Padawane :) die Musik noch grundlegender erlernen wollen.
Wo ich selbst den Focus mehr auf einfachsten Rhytmus, Pentatonik einfachste Songstrukturen und mitsingen richte.
Das halte ich für enorm wichtig um zu guter Musik zu kommen. Klar da steckt auch wieder Theorie hinter...ne bin ich kein Feind davon :)
Das eine sollte das andere auch nicht ausschließen. Wichtig ist es aber ebenfalls keine großen Klüfte zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzubrechen.

Ich habe zB. gelernt nur sehr kleine Theorie-Häppchen aufuznehmen und dann über lange Zeit anzuwenden.
Sie sickern damit nach und nach ins Spiel und bilden es mit.
Die Form ergibt sich aber schon allein durch die Akkordfolge.
Theorie dient mir bestenfalls im Hintergrund. In guten Momenten wenn ich gelassen spiele und recht frei bin, kann ich dann schonmal ein bisschen mitlenken wo es hingeht.
Je mehr ich das auch so praktiziere, also gleichzeitig etwas mitzudenken, kann es zur 2.Natürlichkeitwerden - aber es bleibt eine eher langsame und schwierige Entwicklung. Ich wünsche mir jeder findet einen Zugang - auch mit Leichtigkeit und Freiheit zu spielen... und nicht nur automatische Licks zu repetieren...mit Gehör und Gefühl geht das irgendwie einfacher.

Sodele LG Andrea ...it's Time to :bb: :banana03:


Hoffe es kommt rüber was ich so meine...bei soviel Schreiberei :lol:
LG ANdrea
Zuletzt geändert von SilviaGold am Dienstag 3. April 2018, 10:16, insgesamt 3-mal geändert.
electriclove.bplaced.net
Benutzeravatar
SilviaGold
 
Beiträge: 3434
Registriert: Donnerstag 16. Oktober 2014, 16:29
Wohnort: Bochum

Re: Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon Big Al » Dienstag 3. April 2018, 10:04

Ich lese hier immer Harmonie, hahaha...

Ich denke, der geneigte Lagerfeuergitarrist kommt gänzlich ohne Musiktheoretische Kenntnisse aus. Sobald man aber ein Stück selbst komponieren, notieren und arrangieren möchte, kommt man nicht drum herum. Wie tief man in die Materie dringt, kann ja jeder für sich selbst entscheiden. Ich halte auch nichts davon, wenn es zu verkopft daher kommt. Aber um Stücke ansprechend zu arrangieren, zu der Melodie auch mal eine Zweite- oder Dritte Stimme dazu zu schreiben, zu schauen, dass sich die Instrumente, Bass, Gitarre und Keys dann nicht ins Gehege kommen etc. - da bemüht man teilweise dann schon mehr Musiktheorie, als man sich eigentlich bewusst ist.

Ich bewundere ja Leute, die komplizierte Dinge einfach erklären können. Daher freue ich mich über mehr KSM, herzlich Willkommen lieber Jörg. Schreib mal bitte was zu Intervallen und deren praktischer Bedeutung in Voicings - DANKE!
Denk da lieber nochmal drüber nach (Stoppok)
Benutzeravatar
Big Al
 
Beiträge: 317
Registriert: Dienstag 21. Oktober 2014, 18:50
Wohnort: Karlsruhe

Re: Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon Loki » Dienstag 3. April 2018, 10:19

:kopf_kratz01: wenn ich nicht verstehe, warum etwas so klingt wie es klingt, dann kann ich es bestenfalls nachspielen. Etwas eigenes daraus machen geht nicht. Bin halt kein Genie
Lust ist, wenn ich spiele. Frust ist, wenn ich mich höre
Benutzeravatar
Loki
 
Beiträge: 573
Registriert: Montag 29. August 2016, 09:54
Wohnort: Hannover & Augsburg

Re: Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon tommy » Dienstag 3. April 2018, 11:01

Harmonieverständnis hilft Aufwand zu verringern, da gebe ich Jörg Recht.

Allerdings kann bspw. beim Komponieren ein naives Try & Error Verfahren auch verdammt viel Spass machen und ggf. zu unkonventionellen, tollen Ergebnissen führen, die einem u.U. sonst verwehrt geblieben wären. Und ich spreche hier nicht von Free Jazz.
LG Tommy


Ich wünsch' mir einen Dudelsack!
Benutzeravatar
tommy
 
Beiträge: 4439
Registriert: Dienstag 21. Oktober 2014, 19:51
Wohnort: Hedwig Holzbein

Re: Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon OhNoNoNo » Dienstag 3. April 2018, 11:12

Danke für den Beitrag und den Start eines interessanten neuen Levels. Ständige Equipmentlaberei törnt nämlich zumindest mich tierisch ab ...

Ich habe bereits Einiges mitgenommen und verstanden:

Im Pop-/Rock-/Bluesbereich fühle ich mich endgebildet. Da kann ich für meine Bedürfnisse nix mehr dazulernen.

Daher spiele ich seit einiger Zeit in einer bläserlastigen J-Band. Komme mittlerweile mehr schlecht als recht klar. Der Leader hat mir externen Unterricht auferlegt, den ich allerdings noch nicht in Angriff genommen habe. Insbesondere das Thema 'Verbindungen' ist ihm wichtig.
Warum, das spüre ich bei jeder Probe. Nix mit Auswendiglernen wie im Popbereich. Im Zweifelsfall hat ja so ein J-Stück in jedem Takt einen anderen 'schrägen' Akkord und wenige Wiederholungen ... :kopf_kratz01:
Fazit: Nach dem Beitrag werde ich jetzt wohl doch noch einmal Unterricht nehmen - bei einem, der es kann ... :thumbsup03:
Von meinem Commodore 64 gesendet
Benutzeravatar
OhNoNoNo
 
Beiträge: 209
Registriert: Donnerstag 14. Mai 2015, 13:09
Wohnort: am Wasser

Re: Harmonielehre in der Praxis – die dunkle Seite ganz hell

Beitragvon Wizard » Dienstag 3. April 2018, 12:48

OhNoNoNo hat geschrieben: Im Zweifelsfall hat ja so ein J-Stück in jedem Takt einen anderen 'schrägen' Akkord und wenige Wiederholungen ... :kopf_kratz01:

Ich bewundere zwar denjenigen der sowas drauf hat, wäre allerdings nicht mein Ding :kopf_kratz01:

Generell zur Harmonielehre sag ich gerne ja. Als ich vor sehr langer Zeit mir das was ich für mich benötige draufgeschafft hatte,
wurde alles einfacher und teilweise ging die Sonne in ganz neuen Bahnen auf :D
Gruß Peter

immer noch aktuell: >>> leben und leben lassen <<<
Benutzeravatar
Wizard
 
Beiträge: 3744
Registriert: Dienstag 21. Oktober 2014, 19:08
Wohnort: Düsseldorf

Nächste

Zurück zu Musiktheorie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

x