Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

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Loki
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Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Loki » Mittwoch 18. April 2018, 08:40

sus-Akkorde mag ich am liebsten in der 1. oder 2. Umkehrung, dann klingt es irgendwie luftiger
Lust ist, wenn ich spiele. Frust ist, wenn ich mich höre

Mintage
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Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Mintage » Mittwoch 18. April 2018, 11:06

Sehr schön :D

Ohne sus-Akkorde macht Gitarrespiel bzw. Komposition keinen Spaß !!

Und Police-Songs funktionieren/klingen nur richtig mit sus9 - Akkorden ;-)

Grüße
Rainer

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Keef
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Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Keef » Mittwoch 18. April 2018, 13:22

Pfaelzers KSM hat geschrieben:Guten Tag,

Das sieht dann so aus:
Bild

Nun, im obigen Beispiel haben wir einen C-Dur-Akkord, d.h. die Töne c-e-g. Über das d (im Bass) ist c die kl. 7, e ist über d die 2 bzw. 9 und g ist über d die 4. Wir haben also die Intervalle 1-4-7-9; und das ist ein sus9-Akkord. Und der klingt ziemlich nach Robben Ford und Larry Carlton…..
(kurz zum Greifen von dem Zeuch: Ich machs mir einfach: Ich greife den Dur-Akkord mit Zeige- Mittel- und Ringfinger und den Basston mit dem Daumen...) …
Ääh, komm ich nit ganz mit. Bei den ersten 2 Schaubildern isses klar, aber hier ist doch kein C-Dur. Das is doch ein mmmh - F-sowieso mit G im Bass?????!?!
(Selbst im 8. Bund - für den Grundton - hab ich da kein C-Dur)
Erklärt's mir bitte

Keef
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Vintage Deluxe
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Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Vintage Deluxe » Mittwoch 18. April 2018, 15:22

Probier mal den 10. Bund für den Grundton...
Viele Grüße,
Thomas

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Duke
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Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Duke » Mittwoch 18. April 2018, 16:14

Eher den 8.
1 = Root, hier also C im 8. Bund

2 bzw. 9 und 4 ersetzen die 3 und 5.

Zusätzlich ist noch die 7 drin. :kopf_kratz01:
LG
Uwe
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Vintage Deluxe
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Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Vintage Deluxe » Mittwoch 18. April 2018, 23:21

Jein! Du hast Recht für einen C7sus4, der Pfaelzer sprach da oben in seinem Beispiel aber von einem C Akkord mit einem D im Bass, also D7sus4 und daher mit dem Grundton im 10.Bund.
Viele Grüße,
Thomas

Pfaelzers KSM

Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Pfaelzers KSM » Donnerstag 19. April 2018, 07:01

Vielleicht hiflt diese erweiterte Darstellung:
Bild

Ein C-Dur-Dreiklang (c als Grundton 10. Bund D-Saite, e als gr. Terz 9. Bund G-Saite, g als Quint 8. Bund b-Saite). Darunter ein d im 10. Bund als neuer Grundton.

Vom D aus bekommen die drei Töne des C-Dur-Dreiklangs neue musikalische Funktionen, da sie in anderem Abstand (Intervall) zum neuen Grundton stehen.
Das c wird vom Grundton des C-Dur-Dreiklangs zur kl. Septim in D.
Das e wird von der gr. Terz des C-Dur-Dreiklangs zu gr. Sekunde bzw. oktaviert zur großen None in D.
Das g wird von der Quinte des C-Dur-Dreiklangs zur Quarte in D

Also haben wir in D: Den Grundton (d), die Quarte (g), die Septim (c) und die None (e).
Und das ist ein Dsus9 Akkord.

Anmerkung: Okay, die Quint fehlt in dem sus9-Akkord. Aber 1. schwingt die als erste Obertonreihe im Grundton mit und 2. sind Quinten was für Pianisten... :mrgreen:

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Keef
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Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Keef » Donnerstag 19. April 2018, 08:00

Pfaelzers KSM hat geschrieben:Vielleicht hiflt diese erweiterte Darstellung:
Bild
Jepp - jetzt schon. Aber den Grundton im 10. Bund dann mit dem Daumen - da komm ich nit hin - zu kurze Finger :lol:
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Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Duke » Donnerstag 19. April 2018, 13:35

Vintage Deluxe hat geschrieben:Jein! Du hast Recht für einen C7sus4, der Pfaelzer sprach da oben in seinem Beispiel aber von einem C Akkord mit einem D im Bass, also D7sus4 und daher mit dem Grundton im 10.Bund.
Stimmt wohl ;-)

Witzig finde ich, dass ich den Akkord in einem Song spiele und bisher dachte das wäre ein C-Dur-Akkord mit einem D im Bass.
Kann es wohl auch sein, in meinem Fall ist es harmonisch aber eher ein D7sus4 - in jedem Fall interessant.
LG
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Re: Der sus9-Akkord, das (un)bekannte Wesen

Beitrag von Stratist » Sonntag 29. April 2018, 01:27

Hier läuft ja einiges durcheinander :D


- Üblicherweise findet man in Leadsheets etc. den hier thematisierten Akkord als X11 und nicht als sus9. Sus9 gibt's nicht, weil die Zahl hinter SUS immer den konkreten Terzersatz anzeigt und keinesfalls 2/9 und 4 gleichzeitig einschließt.

- Bei X11 besteht international die Übereinkunft, eben (außer evtl. dem Grundton) ausschließlich die 3 Erweiterungen (b7/9/11) zu spielen. Die Terz wird - entgegen obiger Aussage - dabei "automatisch" als sus behandelt - also weggelassen (Quint sowieso). - Exkurs, falls es irgendjemanden interessiert: Der Terminus für mindestens 2 Erweiterungstöne ist "Upper Structure". Im Bandzusammenhang können spannende Sounds entstehen, wenn man eben nur diese spielt (Upper Structure Chords). Der hier im Thread vorgestellte Chord ist sozusagen das auch Rock- und Blues-taugliche Paradebeispiel dafür.

- Oben wurde Sting erwähnt im Zusammenhang mit "SUS9". Das ist eben das Missverständnis, was entstehen kann, wenn ständig neue Bezeichnungen für im Grunde schon lange bestehende Übereinkünfte auf den Markt geworfen werden. Gemeint wurde hier der Sting-typische SUS 2 - als die Terz durch die Sekunde zu ersetzen. Die dabei entstehende Enge zwischen dem Grundton und der Sekunde bringt dieses klaustrophobische Feel, der nächte Ton ist dann der rauhe Quintabstand. Damit lassen sich herkömmliche Folgen wunderbar einfärben:

Statt C und F - Csus2 / Fsus2:

3----3--------
3----1--------
5----0----------
5----3------------
3----0------------
x------------


Zusammenfassung:

Sus2 = Sekunde ersetzt Terz
Sus = Quart ersetzt Terz
Sus 9 = nicht übliche und irreführende Bezeichnung
11 = Erweiterungen b7/9/11 - nur diese werden zum Grundton (macht in der Band eh der Bass) gespielt = Upper Structure Chord bestehend aus Sekunde - Quart - Kl. Sept. gegriffen wie oben erwähnt als Dur Akkord 2 Bünde tiefer als Grundton.

Alles klar? :mrgreen:

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