Wie lang sollte ein Gig sein?

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Manuel
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Re: Wie lang sollte ein Gig sein?

Beitrag von Manuel » Mittwoch 22. Januar 2020, 08:40

kiroy hat geschrieben:
Dienstag 21. Januar 2020, 16:34
Da muss man alles, auch PA und Licht, selber mitbringen. Zumindest bei uns.
Wir haben weder PA noch Licht und mit unserer Proberaum-Gesangsanlage würden wir nicht weit kommen.
Bei uns also nicht ;-) Bei uns muss der Veranstalter neben PA, Licht und Backline auch noch Futter, Bier und Pennplätze stellen.
Punkrock is ja OK, nur schön ordentlich muss er sein! :mrgreen:
Grusz,

Manuel

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uwich
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Re: Wie lang sollte ein Gig sein?

Beitrag von uwich » Mittwoch 22. Januar 2020, 10:08

"Ganz normale Rockband Gigs." - so etwas habe ich noch nie kennengelernt. Also Veranstaltungen, bei denen nur eine Band 90 Minuten spielt und dann alle nach Hause gehen. Kenne ich nicht. Die Veranstaltungen, bei denen ich war, haben immer mindestens 2,5 - 3 Stunden gedauert, oft dann auch mit 2 oder 3 Bands.

Aus Sicht eines Veranstalters (der ich auch gelegentlich war) will ich länger als 90 Minuten Gelegenheit haben, meine Getränke an den Mann/die Frau zu bringen. Sonst lohnt sich der Aufwand kaum. Wahrscheinlich denken die meisten Veranstalter/Wirte heute so, so daß 3 Stunden "Programm" erwartet wird. Durch eine Band oder halt mehrere.
Wenn ich mit Kneipenbesitzern oder sonstigen Veranstaltern einen Gig ausmache, dann wird meistens 3-4 Stunden Musik gewünscht. Und dann sind Pausen unvermeidlich - für Gäste und Musiker. Meistens 30 Minuten spielen und 15 Minuten Pause. Das kommt erfahrungsgemäß am Besten an.
Ich will einfach nur sitzen.

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Batz Benzer
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Re: Wie lang sollte ein Gig sein?

Beitrag von Batz Benzer » Mittwoch 22. Januar 2020, 11:14

Ja, spannend, denn das, was Du da erzählst, kenne ich nun wieder nicht; wir hatten stets diese 90min-Gigs.

Wir haben aber auch kaum auf dem Land, sondern meist in größeren Städten bis Großstädten gepsielt. Und das Ganze ist 20 Jahre her; da kann sich schon mal was verändern... ;)
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partscaster
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Re: Wie lang sollte ein Gig sein?

Beitrag von partscaster » Mittwoch 22. Januar 2020, 11:53

Batz Benzer hat geschrieben:
Mittwoch 22. Januar 2020, 11:14
Ja, spannend, denn das, was Du da erzählst, kenne ich nun wieder nicht; wir hatten stets diese 90min-Gigs.

Wir haben aber auch kaum auf dem Land, sondern meist in größeren Städten bis Großstädten gepsielt. Und das Ganze ist 20 Jahre her; da kann sich schon mal was verändern... ;)
Es kommt ja auch darauf an, um was für Gigs es sich handelt. Die meisten hier werden wohl Kneipengigs und ähnliche Veranstaltungen bestreiten, bei denen das Publikum kommt, um sich zu betrinken und sich zu unterhalten und die Musik im Grunde Nebensache ist. Konzerte, bei denen Menschen tatsächlich zum Zuhören der Bands kommen, sind ja heute in so kleinem Rahmen eher die Ausnahme. Wenn man sowas macht, muss man in den meisten Städten dann entweder selbst einen Laden mieten, oder Kartenkontingente verkaufen.
In der Zeit vor dem Durchbruch des Internets war das noch anders, da gab es deutlich mehr Konzerte im kleineren Rahmen. Da sind aber auch viele wirklich noch am Wochenende zu so etwas gegangen und haben auch Eintritt gezahlt. Heute gilt Eintritt oft schon als fast todesmutig.
Selbst in der Metalszene, die es immer geschafft hat, einige zu mobilisieren, ist das alles stark rückläufig.
Es ist halt wesentlich attraktiver, sich "die Großen" bei Youtube und Co. reinzuziehen, statt in ner rauchigen Kaschemme einmal im Quartal Glück zu haben und ne gute Band zu erwischen. :lol: Zumal ja auch die typische Zielgruppe heute andere Musik hört.

Ich finde als Zuhörer und Spieler bei (Rock/Pop/Jazz...)Konzerten so um die 90 Minuten eigentlich ausreichend. Ich habe in den letzten Jahren meistens drei und mehr Stunden gespielt, weil der Großteil der Gigs eben Kneipen, Stadtfeste etc. waren. Das kommt mir mit einer Rockband dann ehrlich gesagt immer etwas zu Tanzkappellenmässig rüber. Zumal die drei Stunden Material waren und dazwischen die nervigen Pausen von meist so 2-3 Mal 15 Minuten. Ich mag auch gerne Spannungsbögen im Programm und auch ruhigere Songs, die kann man aber bei solchen Gigs fast immer vergessen. Und je später es wird, desto öfter kommen, trotz ausschließlich eigenem Material, dann auch die absurdesten Musikwünsche.
Bei einem Gig, Rockband so irgendwo zwischen Springsteen und Tom Petty, kam aus dem Publikum beharrlich der Wunsch doch EINMAL Atemlos zu spielen. Und es wurde auch Discofox getanzt. :roll: Einer der Gründe, warum ich auf solche Sachen keine Lust mehr habe. Da würde ich lieber im Proberaum bleiben.
Auf jeden Fall empfinde ich 90 Minuten im Konzertrahmen als angenehm. Das sind zwei Alben! :mrgreen:

Dazu muss man wissen, ich bin überhaupt kein Feier-/Partymensch. Ich liebe Musik und unterhalte mich gerne mit Menschen, muss das aber nicht im Brüllpegel und unter Einfluss von größeren Mengen Alkohol kombinieren. Vielleicht bin ich auch einfach alt geworden. :mimimimi:

Grüße
Michael

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Batz Benzer
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Re: Wie lang sollte ein Gig sein?

Beitrag von Batz Benzer » Mittwoch 22. Januar 2020, 12:35

Ich bin so alt geworden, dass ich aufs Touren einfach keinen Bock mehr habe. ;)

Und da ich meine musikalischen Visionen auch 100%ig alleine und zuhause umsetzen kann, passt das alles ganz ausgezeichnet.

Aber das ist ja nicht das Thema; der Nächste, bitte! ;)
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kiroy
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Re: Wie lang sollte ein Gig sein?

Beitrag von kiroy » Donnerstag 23. Januar 2020, 21:21

partscaster hat geschrieben:
Mittwoch 22. Januar 2020, 11:53
Es kommt ja auch darauf an, um was für Gigs es sich handelt.
Das ist wohl entscheidend. Wir gehen von ganz unterschiedlichen Gegebenheiten aus. Den "normalen Gig" als klar definierte Größe gibt es offenbar nicht.
partscaster hat geschrieben:
Mittwoch 22. Januar 2020, 11:53
Die meisten hier werden wohl Kneipengigs und ähnliche Veranstaltungen bestreiten, bei denen das Publikum kommt, um sich zu betrinken und sich zu unterhalten und die Musik im Grunde Nebensache ist.
:o :shock: :kopf_kratz01: :o :shock:
Einspruch!!!! :motz01: Also bei uns kamen die Leute nie, um sich zu betrinken! Das waren Leute, die sich über die Musik an ihre Jugend erinnert haben oder auch Jüngere, die gerne unsere Art von Musik hörten. Die Musik war (hoffentlich) die Hauptsache.

Wir spielten hauptsächlich in Stuttgart und Umgebung. Das würdet Ihr vielleicht nicht als Großstadt gelten lassen, aber als "auf dem Land" kann man das auch nicht bezeichnen. :mrgreen:

Es gibt bei uns in Reutlingen (285.000 Einw.) mehrere Lokale, die regelmäßig Live-Musik haben. Da passen so ca. 100 Leute rein, plus eine kleine Tanzfläche, plus eine Auftrittsfläche (Bühne oder ebenerdig) auf der eine 4-Mann-Band gut, eine 5-Mann-Band gerade so Platz hat. Da treten Singer/Songwriter, Jazz-Bands, Rockbands usw. auf. Wenn wir da waren, wurde das entsprechend als "Oldie-Night" beworben und sowohl das Publikum als auch die Musiker und die Musik trugen das Attribut "Oldies" zu Recht. Die Location war jedes Mal voll. Die Leute (zw. 35 und 75 Jahre alt) kamen zum Tanzen, Abrocken, Mitsingen. Die Veranstaltungen begannen (je nach Location) zwischen 19 Uhr und 20.30 Uhr und waren auf vier Stunden festgelegt. Wenn es besonders schön war, dauerte es auch mal entsprechend länger. War aber nicht so häufig.

Weiter haben uns auch Vereine z. B. zu ihrer Jubiläumsfeier, Gemeinden zum Stadtfest oder Einzelpersonen zu Ihrem runden Geburtstag engagiert. Das waren auch jedes Mal Veranstaltungen, bei denen wir immer mindestens vier Stunden spielten. Natürlich mit 3 oder 4 Pausen dazwischen. Mit Ausnahme der Stadtfeste waren es immer Parties, bei denen getanzt wurde. Da wurde natürlich auch Alkohol getrunken. Aber auf keinen Fall "in größeren Mengen" oder "um sich zu betrinken".

Für Konzerte war unsere Musik nicht geeignet (finde ich). Richtige Konzerte dauern wahrscheinlich nicht so lange. Ich habe allerdings noch kein Konzert bis zum Schluss angehört. Meistens gehe ich nach der Hälfte, weil es mich dann langweilt.*)
Dann wären wir ja doch wieder bei den 2x 45 Minuten. ;)


*) Natürlich nicht bei richtig großen Konzerten, da bleibe ich schon bis zum Schluss. ;)

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Wizard
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Re: Wie lang sollte ein Gig sein?

Beitrag von Wizard » Donnerstag 23. Januar 2020, 22:02

kiroy hat geschrieben:
Donnerstag 23. Januar 2020, 21:21

Wir spielten hauptsächlich in Stuttgart und Umgebung. Das würdet Ihr vielleicht nicht als Großstadt gelten lassen, aber als "auf dem Land" kann man das auch nicht bezeichnen. :mrgreen:

Stuttgart gehört zu den acht größten deutschen Städten. Und ab 100.000 darf man sich Großstadt schimpfen, ihr habt über sechsmal so viel... ;)
Gruß Peter

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Re: Wie lang sollte ein Gig sein?

Beitrag von telly45 » Freitag 24. Januar 2020, 07:25

Außerdem hoißd des Schduagad ;) . Sagt zumindest meine schwäbische Verwandtschaft.

BTT:
Ich glaube auch, dass es DEN Gig nicht gibt, sondern ganz unterschiedliche Arten davon. Standard in Kneipen bei uns sind ebenfalls 2-3 Sets um die 45 Minuten mit einer kurzen Pause von einer Viertelstunde dazwischen. Heute spiele ich für meine alte Band nochmal einen 60. Geburtstag, da läuft das sowieso ganz anders ab. Vermutlich irgendwelche Einlagen, Sonderwünsche, kurze Tanzrunden, längere Runden zum Abrocken für die spätere Stunde, der ganze Querschnitt halt. Der Veranstalter bestimmt, was er haben möchte.

Bei den meisten Kneipengigs hingegen gibts da nicht soviele "Auflagen" des Veranstalters abgesehen vom zeitlichen Rahmen. Den sollte man auch einhalten, schließlich haben viele der Veranstaltungsorte heute selbst ordentliche behördliche Auflagen oder Agreements mit den Nachbarn, um überhaupt noch Live-Musik machen zu können :? . Und die Zielgruppe ist im Regelfall die von Roland angesprochene, ab Mitte 30 aufwärts. Ich glaube, die meisten jungen Leute heutzutage wissen gar nicht mehr, dass es sowas wie Bands gibt, die noch einen anderen Namen als YouTube oder Spotify haben. Bestenfalls noch Playlist :roll:
Gruß Rainer

kiroy
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Re: Wie lang sollte ein Gig sein?

Beitrag von kiroy » Freitag 24. Januar 2020, 09:35

Wizard hat geschrieben:
Donnerstag 23. Januar 2020, 22:02
Stuttgart gehört zu den acht größten deutschen Städten. Und ab 100.000 darf man sich Großstadt schimpfen...
Jooo, ok. Und was die Großbaustellen betrifft, können wir ja sogar mit Millionen-Städten mithalten. :mrgreen:
telly45 hat geschrieben:
Freitag 24. Januar 2020, 07:25
Außerdem hoißd des Schduagad ;) . Sagt zumindest meine schwäbische Verwandtschaft.
:thumbsup03: Oder "Schduggard", wie Franz Beckenbauer immer sagte. :mrgreen:
telly45 hat geschrieben:
Freitag 24. Januar 2020, 07:25
die meisten jungen Leute heutzutage wissen gar nicht mehr, dass es sowas wie Bands gibt, die noch einen anderen Namen als YouTube oder Spotify haben. Bestenfalls noch Playlist :roll:
:muahaha: :thumbsup03:

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