Yamaha REVSTAR Serie

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M. L. Schwan
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von M. L. Schwan » Samstag 14. März 2020, 15:36

Magman hat geschrieben:
Samstag 14. März 2020, 13:03
...deshalb hätte ich selbst kleinere schwarze Miniswitches eingebaut die weniger auffallen. Das raubt nun der Gitarre so ein bisschen den sexy Charme. Aber so seid ihr Bazis halt wenn es um Sex geht :P
Ja, so sind wir Bazis halt :twisted:

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Viele Grüße
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telly45
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von telly45 » Samstag 14. März 2020, 17:52

M. L. Schwan hat geschrieben:
Samstag 14. März 2020, 15:36
Magman hat geschrieben:
Samstag 14. März 2020, 13:03
...deshalb hätte ich selbst kleinere schwarze Miniswitches eingebaut die weniger auffallen. Das raubt nun der Gitarre so ein bisschen den sexy Charme. Aber so seid ihr Bazis halt wenn es um Sex geht :P
Ja, so sind wir Bazis halt :twisted:

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Schönen Miniswitch hast du da, Daniel :prost: :rofl:
Gruß Rainer

Motörheiko
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von Motörheiko » Samstag 14. März 2020, 18:36

Diese kleinen Kippschalter erinnern mich an meine Elektronik Bastelphase ... das ging so von 15-25 da war Optik egal ... heute würde ich das nimmer machen ...

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tommy
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von tommy » Donnerstag 15. Oktober 2020, 12:16

Moin,

gestern war ich mit meiner neuen Yamaha Revstar RSP20CR im Proberaum, um sie über mein Bandbesteck (Marshall Bluesbreaker/Line 6 HX Effects) in ordentlicher Bandlautsstärke zu dengeln und bekam meinen zweiten Schreck!

Erster Schreck 2 Tage zuvor:
"Die Revstar ist inzwischen da!
Erster Eindruck: Makellos, ein toller Hals und eine sehr hübsche, wertige Anmutung.
Allerdings habe ich erst einmal einen Schreck bekommen als ich den Koffer aus dem Karton zog! Da zerrten gefühlt 10 Kilo an meinen zarten Kugelschreiberärmchen! :shock:
Dann Aufatmen! Die Gitarre hat das normale, mir genehme Gewicht (4kg bzw. leicht darunter). Leider ist der ultrastabile Koffer heftig schwer.
Kann ich aber mit leben. Ich hänge mir beim Spielen ja nur selten den Koffer um. :mrgreen:"


Zweiter Schreck:
Gitarre umgehängt und erst mal clean ein paar Akkorde, ohne am Amp etwas zu ändern. D.h. Input normal/hohe Empfindlichkeit, gepatcht auf Input Treble/hohe Empfindlichkeit. Der Amp lief also routinemäßig in der "lautesten" Version. Beide Lautstärkepotis auf 2. Für unseren Proberaum die übliche Lautstärke für wuchtiges, ideales "Furzclean", egal welche Gitarre ich bislang angeschlossen hatte.
Die Revstar blies mir unvermittelt den Schmalz aus den Ohren! Heftig zu laut! Ich kann nicht ganz nachvollziehen, dass die PUs gemäßigtere Aggregate sein sollen. Sie sind lauter als meine sonst benutzten Humbucker (Burstbucker 2 und 3 sowie DM Super Distortion). :kopf_kratz01:
Desweiteren schlug bei der eingestellten Halsposition gnadenlos ein heftig wuchtiger Bass durch.
Hmm, es bestand Handlungsbedarf!
Erste Amtshandlung: Wechseln auf den Ampeingang Treble/geringe Empfindlichkeit und Bässe etwas raus.
Jetzt war der Sound lautstärkemäßig tadellos und wunderbar ausgeglichen. Das hätte man jetzt so lassen können. Nur leider blieb erstens ein schaler Geschmack und zweitens der Umstand, dass ich jetzt beim Gitarrenwechsel am BB immer hätte alles erst einmal "auf links drehen" müssen!
Lange Rede, kurzer Sinn...die PUs mussten einfach eine Ecke weiter runter geschraubt werden. Es stellte sich sofort das gewohnte Lautstärke/Bass Verhältnis bei der gewohnten Ampeinstellung ein. Sie reagieren übrigens sehr empfindlich auf unterschiedliche Höheneinstellungen.
Manchmal habe ich (nicht zum ersten mal) das Gefühl, das herstellerseitig PU Einstellungen gewählt werden, die auf den vordergründigen ersten heftigen Effekt beim Händler abzielen. "Unsere Gitarre kann lauter und doller als die Konkurrenz!"

Egal, soweit erstmal alles im Lot! Ansonsten waren alle Einstellungen perfekt. Die Gitarre war aus dem Karton heraus sogar noch ordentlich gestimmt. Saitenlage, Halskrümmung, Oktavreinheit, Bundenden....alles toppi! :thumbsup03:

2. Versuch:
Die Gitarre wirkt wie von meinem Hofschneider gemacht! Armschräge, Wampenaufnahme, Gurtergonomie, Gewicht (knapp unter 4kg), Halsshaping....sie saugt sich regelrecht an mir fest! Besser geht es in meinem Fall nicht. Sofortiges Hauspantoffel Gefühl. Dazu gesellt sich eine sehr professionelle Gesamtanmutung, die der akribisch perfekten Verarbeitungsqualität geschuldet ist. Die Gute wirkt auf mich übrigens überhaupt nicht asiatisch langweilig. Dieses Cafe Racer Design in Verbindung mit den verwendeten Hölzern, der satinierten Hardware und den perfekt aufgetragenen Lackoberflächen ergibt eine klasse Symbiose von Progressivität und Gediegenheit.

Jetzt zum Sound:
Viel Tiefe, geile, harmonische Saitenrennung und sehr langes Sustain, ohne im Ausklang irgendwie zu zerschwurbeln. Die Gitarre wird einfach nur völlig gleichmäßig leiser, ohne den Klang zu verändern. Gleiches gilt für die Dynamik. Von sehr heftigem Anschlag bis ganz zart ein sehr breites Lautstärkespektrum, im Ausklang ohne Klangbeeinflussung, Nur die Anschlagintensität wird von knackig bis sehr Zart deutlichst herausgestellt. Diese Gitarre ist absolut nicht aus der Ruhe zu bringen, sondern gibt einfach nur völlig unbeeindruckt und detailiert das heraus, was man hineingibt. M.E. ein echtes Herausstellungsmerkmal, was echten Profigitarren zueigen ist.
Hierbei tritt allerdings auch eine Schwachstelle zutage: Der kleine Tommy himself! Die Gitarre gibt irre viel Information aus. Diese gilt es zu bändigen, was mich aufgrund meiner spielerischen Schwächen vor Herausforderungen stellt. Da muss sauber gegriffen und gedämpft werden!
Ich nehme diese Herausforderung aber gerne an. Schließlich bringt sie mich dazu, besser zu werden.
Beispiel Sustain: Ich schlage einen Edur an und wechsele auf A dann auf D.....Sofern ich die dicke E Saite nicht dämpfe, klingt sie hörbar mehrere Takte als "Pedalton" nach! Das kann dann mal schnell zu Jazz werden! :lol:

Insgesamt erinnert sie mich an eine gute Les Paul Custom oder an eine Yamaha SG 2000.
Clean: Sehr offen mit tiefem Fundament und hervorragender, harmonischer Saitentrennung.
Crunch: S.O. ohne jegliche Flatulenzneigung.
Heavy: Schwer, wuchtig, trotzdem offen, ohne zu sägen. Per Neck PU wunderschön "flötend (Womantone)". Und immer mit irre langem Sustain. Der Ton kann mittels Fingervibrato pausenlos erhalten werden und kippt sehr gut in die Obertöne um.

Geil ist auch die Frequenzschaltung. Bis auf die o.g. schwere Wuchtigkeit bleiben alle Attribute bei gleichbleibender Lautstärke erhalten. Aus den Humbuckern werden P 90. Ich meine auch einige Tele Anleihen herauszuhören. Ein geniales Tool!

Und sonst so?
Das Lautstärke Poti regelt auf recht kurzem Weg aber ohne nennenswerten Tonhöhenverlust, das Tonepoti regelt den Ton :smoke01: , der Schalter schaltet, die Mechaniken arbeiten butterzart und genau, der Wraparoundsteg ist soweit topp, nur die Saiteneinfädelung ist schwierig, weil das Austrittsloch unterhalb der Brücke vom Eintrittsloch getrennt ist. Die Brücke ist unten also hohl.
Die Hals/Body Balance ist perfekt.


Tja....ziemliches Jubelgeschrei, ich weiß!
Leider fällt mir, ausser meiner Unzulänglichkeit, die Gitarre noch nicht 100% adäquat bedienen zu können (bzw. mich voll diszipliniert auf sie einzulassen), wirklich nichts Negatives auf. Das kann sich natürlich etwas ändern, wenn der Honeymoon gewichen, und die nachhaltige Bandtauglichkeit geprüft worden ist.
Freitag kommt sie erstmalig "auf den Platz". Bandprobe mit kritischen Ohren aller Beteiligten ist angesagt.

Fazit bis jetzt: Eine äusserst professionelle, für mich wunderschöne, sehr ergonomische Gitarre. Der Preis ist für das Gebotene ein absoluter Witz!

Puh, das Teil hat mich doch tatsächlich zu meinem bislang längstem Review genötigt!
Sorry, wenn ich Eure Geduld zu sehr strapaziert haben sollte! Kommt bestimmt wieder vor! :mrgreen:


:prost:
LG Tommy


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Diet
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von Diet » Donnerstag 15. Oktober 2020, 13:50

Moin Tommy,

das liest sich ja prächtig :D
Glückwunsch zur Sahneschnitte :thumbsup02:

Gruß Diet

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tommy
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von tommy » Donnerstag 15. Oktober 2020, 14:00

Diet hat geschrieben:
Donnerstag 15. Oktober 2020, 13:50
Moin Tommy,

das liest sich ja prächtig :D
Glückwunsch zur Sahneschnitte :thumbsup02:

Gruß Diet
Danke! :D

Du wirst sie ja demnächst näher kennenlernen, sofern neue Coronaregeln keinen Strich durch die Rechnung machen. Bin schon auf Dein Urteil gespannt!
LG Tommy


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Diet
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von Diet » Donnerstag 15. Oktober 2020, 14:26

tommy hat geschrieben:
Donnerstag 15. Oktober 2020, 14:00
Diet hat geschrieben:
Donnerstag 15. Oktober 2020, 13:50
Moin Tommy,

das liest sich ja prächtig :D
Glückwunsch zur Sahneschnitte :thumbsup02:

Gruß Diet
Danke! :D

Du wirst sie ja demnächst näher kennenlernen, sofern neue Coronaregeln keinen Strich durch die Rechnung machen. Bin schon auf Dein Urteil gespannt!
Jippieh, ich freu mich schon drauf :prost:

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Wizard
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von Wizard » Donnerstag 15. Oktober 2020, 15:40

Tommy, das freut mich sehr! Eine richtig tolle Gitarre, und auch wie immer ein ebensolches Review. Klare Kante, norddeutsch :thumbsup03:

Ich gehe trotz allem, ach was, dem Ganzen zum Trotz, davon aus, dich und die Revstar beim Budentreffen in Quakenbrüch zu sehen und zu hören :mosh:

Gib's ihr ordentlich so dass sie im besagten nächsten Frühjahr bereits aussieht als wärs ne Heavy Relic - rock it! :mrgreen:
Gruß Peter

immer noch aktuell: >>> leben und leben lassen <<<

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tommy
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von tommy » Sonntag 18. Oktober 2020, 13:59

Moin,

ein kleiner Nachtrag:

Freitag war Bandprobe.
Die Revstar hat sich zu aller Zufriedenheit sehr gut bewährt!
Unser Programm flutschte mir absolut lässig aus den Fingern, was ich so bei einer neuen Gitarre noch nie erlebt hatte. Bisher musste ich mich immer eine gewisse Zeit an das neu Spielgefühl gewöhnen.
Selbst an den vorangegangenen (s. Vorbericht) Equipmenteinstellungen musste ich im Bandbetrieb so gut wie nichts mehr verändern. Die Gitarre war in allen Spielsituationen mit tollem Sound präsent.
Alles Verzerrte war eine deutliche Bereicherung zu meinen anderen Gitarren. Ausladend, fett, auch in den hohen Lagen großartig präsent, mit ausgeprägtem Sustain, um das ich zu keiner Zeit kämpfen musste.
Einzig der reine Cleansound auf dem Halshumbucker erschien mir etwas "wollig". Da mir aber die "Push/Pull Frequenzschaltung" sowie die PU Mittelstellung hier genau das geben, was ich brauche, kann ich damit gut leben. Zumal mir der "zurückhaltende" Hals PU verzerrt diesen herrlichen Flötenton gibt.

Nächste Aktion:
Das genussvolle Abziehen der Schlagbrettfolie!!! :sabber:
Denn die Gitarre bleibt!
Eventuell werde ich auch noch ein wenig (wegen der eventuellen Retoure bislang unbeschadeten) Luftpolsterfolie zerdrücken! :sabber: :sabber: :sabber:
LG Tommy


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Magman
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Re: Yamaha REVSTAR Serie

Beitrag von Magman » Sonntag 18. Oktober 2020, 17:29

tommy hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 13:59
Denn die Gitarre bleibt! :sabber: :sabber: :sabber:
Hey Tommy, klasse das freut mich und wundert mich aber auch nicht. Von den mir bekannten Leuten die sie spielen ist Rainer der einzige der sie wieder weitergereicht hat. Das ist ne absolut tolle Gitarre, die professionellen Ansprüchen genügt. Außerdem sieht sie für mich atemberaubend gut aus und setzt sich ab vom Mainstream.

Hab Spaß damit und dengel sie ordentlich ein :prost:
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STOMPIN' HEAT Rough Blues made in germany

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