Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

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Big Al
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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von Big Al » Freitag 4. Oktober 2019, 10:34

Na ja, wer ohne Fehler, der werfe den ersten Stein. Ich tue mich da auch immer schwer. Eine American Strat von Fender hat dummerweise psychologisch auch mehr Wertigkeit für mich, als irgendwas aus guten oder gar erlesenen Parts in Asien zusammen geschraubtes. Das ist Prägung, Empfänglichkeit für jahrzehntelange Marketingbotschaften, die alle sehr emotional aufgeladen sind.

Jeder kennt das: Jack Daniels Werbung - wer hat danach nicht auch mal Bock so einen Bourbon zu probieren? Die Amis beherrschen das meisterhaft - dieses Pseudo-authentische überall so lange reinzupusten, bis es sich auch beim letzten ganz tief ins Hirn gegraben hat.

Kannste machen nix... Ist bei diesem ganzen RocknRoll-Blues-Country- Whatever-Zeugs doch immer so. Wenn du eine Gibson J45 siehst, schlägt dein Herzchen gleich bissl schneller, bei einer vergleichbaren Klampfe von irgendwo halt nicht so. Geht mir auf jeden Fall so - ich bin in der Hinsicht echt ein Opfer ;)
Denk da lieber nochmal drüber nach (Stoppok)

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Diet
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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von Diet » Freitag 4. Oktober 2019, 10:45

Ingolf hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 06:04

Ich bin da wohl eher "old school"... ;)
Woher soll denn eine MIC-Ketarre "Vibe" haben? :kopf_kratz01:


Oder entsteht "Vibe" nicht durch die Geschichte, die eine Gitarre zu erzählen vermag, die die Emotionen von Menschen, die sie gespielt haben, transportiert hat? (Was beim besagten Straßenlaternen- Hobel so sein kann, aber nicht automatisch muss.)


[/quote]

Moin,

dazu fällt mir das Thema "relic" ein.
Das ist bei mir der Grund, warum ich relic grundsätzlich albern finde und mir nie etwas auf alt gemachtes
zugelegt habe. Da will man künstlich Vibe erzeugen und es klappt nicht, weil letztendlich eben doch nur eine neue Gitarre da ist.

Klar sind diese Eastmans rational gesehen sicher sehr gute Gitarren.
Bei mir ist es aber auch so, dass (für mich!) eine US Gitarre grundsätzlich von sich aus mehr Mojo hat, als jede Asien-Gitarre.
Ich denke, das ist irgendwie antrainiert :tuete01:
Ich wollte immer eine Fender oder Gibson haben. Jede Ibanez, Samic oder Epiphone hat mich am Ende immer latent
unzufrieden zurückgelassen.
Rational gesehen ist das Quatsch, das ist mir klar. Letztendlich ist jede Gitarre nur zusammengebautes Holz und Metall.
Aber der Mensch schmeckt ja auch, was er sieht. Ob da irgendwie besser oder schlechter wirklich eine Rolle gespielt hat
oder doch nur die Psyche... keine Ahnung.
Mach ein Brombeer-Etikett auf ein Glas Erdbeermarmelade und 90 % der Tester finden die Brombeermarmelade echt lecker :D

Ich verbinde Asien-Gitarren subjektiv aber außerdem auch immer noch mit dem Wort Kopie. Was natürlich auch mittlerweile zum großen Teil Quatsch ist.
Aber das ist für mich auch ein Grund (vielleicht sogar der Grund), da kein Vibe zu finden.

Bei Amps bin ich dagegen irgendwie viel rationaler am Denken und Fühlen.
Ich muss z.B. keine Röhren mehr da drin haben um zufrieden zu sein.

Gitarristen habe eben alle einen an der Murmel :D

Gruß Diet

P.S.: Sorry, das zitieren oben hat nich ganz geklappt. Den Satz ganz oben schrieb Carsten, den zweiten Ingolf.

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Magman
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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von Magman » Freitag 4. Oktober 2019, 11:10

Diet hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 10:45
Gitarristen habe eben alle einen an der Murmel :D
Haha, genau so ist es :mrgreen:

Wenn man mal die Überschrift dieses Threads liest: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ist ja eigentlich alles klar.

@Dieter: wenn ich eine originale ES335/345 in dieser Preisklasse und vor allem Qualität finden würde wäre die Eastman für mich auch eher nur zweite Wahl. Aber leider ist dem nicht so. Da hat es selbst eine G-Customshop sehr schwer und das ist wirklich nicht übertrieben. Die Messe war da u.a. für mich sehr aufschlussreich!
Bild

STOMPIN' HEAT Rough Blues made in germany

Mintage
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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von Mintage » Freitag 4. Oktober 2019, 11:51

Moin,

der Lohn der chinesischen Facharbeiter sorgt dafür, das diese Gitarren
bei Eastman so günstig angeboten werden können ( im Vergleich zum
Original, sprich Gibson ).
Dazu kommt, das den Chinesen völlig wurscht ist, wo sie ihr Tonholz
beziehen: Nachhaltigkeit etc. interessiert deren Einkäufer nicht die Bohne,
da zählt nur die größte Menge zum besten Preis !

Porsche und Ferrari ( vom Ruf her wie Gibson und Fender ) wissen ganz genau,
warum sie ihre Autos nicht in China bauen lassen - der Kundenkreis
würde sich halbieren, da der Kultfaktor, die Historie vorbei wäre.
Und ähnlich funktioniert der Gitarrist, der heute die Foren belebt...!

Die Nachwuchs-Bands in meinem Umfeld benutzen Gitarren
jedweden Herstellers, aus dem Preisbereich um 500,- Euro. Sie klingen
damit klasse und sind der Meinung, das die Diskussion bzgl. Made in USA
vs. Made in China eine typische der "alten, weissen Männer" sei...!
( So der 23-jährige Gitarrist und Frrund meiner Tochter, als dieser unlängst zu Besuch war und nicht fassen konnte, das hier nur USA-Zeuch rumlag ).

Viel lieber wäre mir, das die Chinesen endlich einen Kemper-Clon für
599,- Euro rausbringen, damit ich nicht diesen seit Jahren überzogenen
Mondpreis zahlen muß - aber da sind die Chinesen eisern: die Bauteile dafür sind teurer als das Holz, das sie unkontrolliert aufkaufen - und das
paßt kalkulatorisch und stückzahlmässig überhaupt nicht in ihr
Konzept ;-)

Grüsse
Rainer

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Ingolf
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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von Ingolf » Freitag 4. Oktober 2019, 13:26

Deluxeplayer hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 10:14
Moin!
Ingolf hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 06:04
Deluxeplayer hat geschrieben:
Donnerstag 3. Oktober 2019, 22:53
Hi!
Batz Benzer hat geschrieben:
Donnerstag 3. Oktober 2019, 20:14
Don't judge a book by it's cover: Die Eastmans haben Vibe und sind Gitarren mit Charakter! ...
Ich bin da wohl eher "old school"... ;)
Woher soll denn eine MIC-Ketarre "Vibe" haben? :kopf_kratz01:
Sorry, diese Aussage finde ich ziemlich borniert (um nicht zu sagen: diffamierend)....
Schlecht geschlafen, Ingolf?

Ich habe lediglich eine Frage in den Raum gestellt.
Auf den Anwurf mit solchen Adjektiven möchte ich - so kurz nach dem Frühstück - doch lieber verzichten ;)


Ich gebe dir übrigens recht in dem Sinne, dass ALLE Gitarren irgendwann/irgendwie "Vibe" haben können.
Eine nagelneue China-Gitarre sehe ich persönlich da aber eher etwas weiter hinten in der Reihe...

Eine amerikanische Gitarre (amerikanisches "Design"), von einem amerikanischen Unternehmen in einer amerikanischen Fabrik gebaut, hat - für mich - tatsächlich "automatisch" mehr "Vibe".

Das können andere Leute aber gerne anders sehen ;)


LG - C.
Danke der Nachfrage, Carsten. :D
Ich habe gut geschlafen, nur zu kurz.

Du hast eine Frage gestellt, stimmt, dies aber so suggestiv, dass ich annahm, die sei deine Meinung.
Immerhin gibst du ja zu, dass für dich amerikanische Gitarren "automatisch" mehr "Vibe" haben.

Falls du dich persönlich angegriffen fühlen solltest (borniert und diffamierend sind vielleicht etwas übertrieben gewesen in der Wortwahl), möchte ich mich bei dir dafür ernsthaft entschuldigen.
:banana02:

Trotzdem freut es mich, der Diskussion hier nochmal einen Impuls gegeben zu haben und ich gebe zu, dass ich, obwohl ich nicht gänzlich frei bin von Markendenken (wie auch?), doch hauptsächlich ein Pragmatiker bin und auch immer schon war.

Ich habe Gallien-Krueger ML 250 und RL 250 gespielt, als die ganze Welt noch schwere Marshallstacks geschleppt hat.
Mich hat eine 1964er Fender Stratocaster völlig kalt gelassen gegenüber meiner Fenix Strat von 1989 (die ich noch immer besitze).
Und ich spiele Kemper und habe zur weiteren Miniaturisierung meines Setups gerade den Kemper Stage und eine noch kleinere Box geholt als die, die ich vorher schon hatte, nämlich die Headrush 108.
Das ist für mich als Pragmatiker tatsächlich sexy.

Am Ende zählt für mich immer ob mein Gear (und dazu zählt auch meine Gitarre) mich inspiriert oder nicht.

It’s all good! :prost:
Zuletzt geändert von Ingolf am Freitag 4. Oktober 2019, 13:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Big Al
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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von Big Al » Freitag 4. Oktober 2019, 13:38

Ich will auch tatsächlich ganz am Rande auch mal einen kleinen Kommentar abgeben: Nur weil ich eine Aussage "Adjektiv deiner Wahl" finde, finde ich nicht den Menschen "Adjektiv deiner Wahl". (Ja, extra so geschrieben, damit man 2x braucht um es zu verstehen).

Für mich gilt es immer Botschaft und Botschafter nicht zu vermischen und dann noch "wie" nicht mit "wem" zu verwechseln.

Um es aufzulösen: Carsten schreibt "China-Teile haben keine Vibe"
Ingolf antwortet: "das ist aber ein bornierte und diffamierende Aussage"
Jeder der beiden hat recht. Aber Ingolf meinte eben nicht "Carsten, du bist ein bornierter Depp" - er meinte "Carsten, ich finde deine Aussage borniert" - darüber lässt sich doch trefflich diskutieren! Und so wünsche ich mir hier, aber auch überall sonst, eine etwas gesündere Diskussionkultur.

Man kann um der "Sache" auch gerne mal sehr konträr diskutieren, wenn man diese beiden Dinge allerdings auseinanderhalten kann, dann muss es zu keinem Zeitpunkt persönlich werden. Das ist nämlich "nur" das Forum für den wirklich entspannten Gitarristen, aber nicht für den der keine Meinung hat oder nicht dazu stehen könnte/dürfte/sollte um irgendeinen falsch verstandenen Kuschelkurs zu fahren.
Denk da lieber nochmal drüber nach (Stoppok)

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Ingolf
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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von Ingolf » Freitag 4. Oktober 2019, 13:41

Danke, Al! :banana02:
Genau so!

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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von Motörheiko » Freitag 4. Oktober 2019, 14:51

Kann mich den letzten beiden Posts nur anschliessen ... es gibt Dinge die gehören getrennt - Punkt - ich kann Standpunkte mögen oder nicht und die dazugehörigen Personen genauso, ohne das sich beides entsprechen muss.
Ich persönlich - Vorsicht, subjektive Meinung - bin dar nicht mehr so scharf auf den American Vibe einer Fender oder Gibson - liegt vielleicht am Dönald Trümp ... weiss nicht ... Al´s oben gut beschriebene Marketingauswirkungen treffen mich immer weinger, es kommt mir auf die jeweilige Gitarre an. Ich kann gut verlgeichen, ich hab beides zu Hause - Chinakracher und American Custom Shop, ich kenne und sehe die Unterschiede, stelle aber - so gerade auch mit meinem aktuellen Kauf einer China Sheraton - erstaunt fest, wie massiv die Chinesen aufgeholt haben und welche geilen Instrumente man dort bekommt - und nicht in allen Punkten sind Custom Shops die besseren Gitarren. Ich für meinen Teil spüre in meinen China Epiphones jedenfalls ganz schön viel Vibe ...

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Blumenpflücker
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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von Blumenpflücker » Freitag 4. Oktober 2019, 17:19

Moin in die Runde,

dann ich auch mal. Ich bin wohl ein "optischer" Mensch. Ich finde z.B 99% aller Strats pottenhässlich und nicht klingend. Sogar besonders, wenn sie blitzblank unfd ohne Kratzer im Laden hängen. Da könnten die noch so gut sein. Geht nicht für mich, Betonung auf mich. Um bei diesen Beispielen zu bleiben. Habe nun ja diese 1% Strat gefunden (Mex RoadWorn 60s OW). Diese ist auch nach nun gut einem Jahr immer noch die Strat für mich. Bei uns im Customshop stand eine Strat mit ziemlich gleichen Specs. Diese habe ich angespielt und war ehrlich gesagt enttäuscht. Da war es wieder das Gefühl von "totem" Holz....Und wir sprechen hier von einer 3200,-CS Strat. Ähnliches mit den LP double Cuts. Fand die immer zu teuer für das Aussehen , Haptik und Co. Gab ein paar coole Teile aber eben dann zu Mondpreisen. Der Chinakracher von Slick (SL60 f. 299,-) sah nicht nur sexy aus. DAS Teil hat Vibes und Mojo wie die Sau.....
Viel Gesülze daher kurzes Fazit:
Gitarre in die Hand nehmen und anspielen..... Jede, die einen "anlacht". Wirken lassen und dann entscheiden. ;-) Was auf der Kopfplatte steht ist heute wohl eher für Sammler und Kapitalanlagen von Belang.

BTW die einzigen Gitarren für die ich 3k aufwärts ausgeben würde, könnte ich es mir leisten, wäre eine Spalt aus der Gate Serie.

z.B.: https://www.spaltinstruments.com/instru ... e-guitars/
Musik; Ein FUZZ ohne Boden.

THB
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Re: Gitarren, die mir "gefährlich" werden könnten ;-)

Beitrag von THB » Samstag 5. Oktober 2019, 08:40

Blumenpflücker hat geschrieben:
Freitag 4. Oktober 2019, 17:19
Moin in die Runde,
Der Chinakracher von Slick (SL60 f. 299,-) sah nicht nur sexy aus. DAS Teil hat Vibes und Mojo wie die Sau.....
+1

Da hätte ich mir jahrelanges Rumsuchen und Testen schenken können... Gibson, div. Epiphones, umgebautes Teles, PRS SE, umgebaute Ibanez..... die Slick(s) ist (sind) geblieben: SL 60, andere Mechaniken, Bridge, Tandempotis, Straplocks.

Von den bisher angespielten Slicks - ca. deren zehn aus unterschiedlichen Jahrgängen - war eine nicht so prall wirkende dabei, das relativierte sich elektrisch gespielt doch relativ schnell....

Mit zahmeren Pickups (Tonerider) eignet sie sich auch sehr gut für filigranere Soundgestaltung....
"Let me explain something about guitar playing.
Everyone's got their own character.
Everyone's approach to what can come out of six strings is different from another person, but it's all valid. "
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